Abklingen des Klima-Alarms

Gunnar Heinsohn | aus HEUREKA 4/11 vom 27.10.2011

Ist die Sonne für die Erwärmung des Weltklimas in der gegenwärtigen Phase verantwortlich?

Als der Autor 1996 "Anfang und Ende des Klimawahns“ publiziert, reicht seine Fantasie weder für das Ausmaß der Verstiegenheiten noch für ihre teuren Folgen.

Da sollen die Eisbären aufgrund globaler Erwärmung verhungern, obwohl sie zwischen 1950 und 2005 von 5000 auf 25.000 Tiere zulegen. Südseeinseln sollen im Meer versinken, erfreuen aber ungebrochen die Touristen. Der Kilimandscharo soll 2015 ohne Kappe sein, was Al Gore in seinem 2006 erschienenen Film "An Inconvenient Truth“ verkündet. Inzwischen wird das Eis auf Afrikas höchstem Berg mindestens bis 2070 entzücken. Douglas R. Hardy als ein Gewährsmann des Friedensnobelpreisträgers gesteht im März 2011 sogar: "Keiner von uns hatte jemals über die Geschichte des Berges geforscht und wir verstanden nur einen Bruchteil der komplizierten Vorgänge auf dem Gipfel.“

Aus einer anderen Ecke wird mit dem Verschwinden des Himalaya-Eises bis 2035 gedroht. Nun hält es bis 2350 durch. Die Alpen erleben in 10.000 Jahren achtmal Gletscherschrumpfungen. Auch momentan ist das so, aber weniger ausgeprägt, da sich die Eisfelder oben am Mont Blanc seit 100 Jahren kaum bewegen und meeresnahe Gletscher von Norwegen bis Neuseeland sogar zulegen.

Weitere Experten lassen die Antarktis schwinden, die davon ganz unbeeindruckt stabil bleibt. Selbst in Grönland wird zwischen 1993 und 2003 allenfalls ein Fünfzigtausendstel des Eises zu Wasser. Damit entfällt auch das angedrohte Versiegen des Golfstroms. Den kann nur stoppen, "wer auch Erde und Winde anzuhalten vermag“ (Carl Wunsch). Dann tönen die Posaunen von immer größeren Wüsten. Doch südlich der Sahara wachsen die fruchtbaren Flächen. Und statt verstorbene Forste zu betrauern, prunkt der Globus mit schwellenden Waldgürteln.

Unbelegt bleiben auch die Albträume einer immer böseren Mutter Erde. Seit Beginn des 20.Jahrhunderts geht die Zahl der Opfer von Naturkatastrophen kräftig zurück. So muss auch die Warnung vor Malaria und Denguefieber an der Ostsee als Drohung so leer bleiben wie die Verheißung, dort alsbald ein neues Sizilien zu finden. Nicht einmal die lautesten Alarmisten verkaufen ihre Küstenvillen in Miami oder am Mittelmeer, um endlich im Norden die Wärme zu genießen.

Lebt da im Geheimen eine wissenschaftliche Ehrlichkeit weiter, die bei öffentlicher Verlautbarung Milliardeneinbußen für Institute und Betriebe nach sich zöge? Schließlich werden Temperaturen erst seit 1860 gemessen.

Bis 1910 ändern sie sich nicht. Dann gibt es eine leichte Erwärmung bis 1940. Bis 1970 aber wird es nicht mehr wärmer, obwohl in diesen dreißig Jahren die Menschenzahl von 2,4 auf 3,7 Milliarden springt.

Dann kommt bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder ein Anstieg wie von 1910 bis 1940. Schon im 21. Jahrhundert aber hält die Temperatur wieder ein. Während es bei ihr vorwärts und rückwärts geht, kennt die Weltbevölkerung zwischen 1910 und 2010 nur eine Richtung - von 1,7 auf 6,8 Milliarden.

Wenn die Erwärmung nicht der Vermehrung folgt und sogar in die Gegenrichtung drehen kann, muss eine nichtmenschliche Kraft wirken. Schon lange kandidiert dafür die Sonne.

Im August 2011 bekommt sie Recht, als CERN in Genf die Ergebnisse des CLOUD-Experiments veröffentlicht: Wenn unser Zentralgestirn sehr aktiv ist, putzt es die wolkenbildende Höhenstrahlung weg und macht die Erde wärmer. Lässt die Aktivität nach, verläuft es umgekehrt.

Gunnar Heinsohn ist Soziologe und Ökonom

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