Wie steht es mit der Arbeit?

Carolin Giermindl | aus HEUREKA 5/11 vom 23.11.2011

Der Countdown zum Thema

4 284 600 Menschen in Österreich sind erwerbstätig. 2, 3 Millionen Männer und 1, 9 Millionen Frauen gehen einer bezahlten Arbeit nach.

2 400 000 Krankenstandstage in Österreich hatten laut jüngster Erhebung seelische Beschwerden als Ursache. Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit.

500 000 Frauen und Mädchen werden laut Vereinten Nationen in Europa jährlich zur Prostitution gezwungen. 75 Prozent der Wiener Prostituierten sind laut Schätzungen Zwangsarbeiterinnen.

235 006 Menschen in Österreich waren im Oktober ohne Job. Vorarlberg ist derzeit das einzige Bundesland mit rückläufiger Arbeitslosigkeit.

150 000 Menschen hierzulande werden laut Experten an ihrem Arbeitsplatz gemobbt. In 90 Prozent der Fälle sind Vorgesetzte involviert.

91 900 Menschen sind dauerhaft erwerbsunfähig.

70 000 Menschen in Österreich sind Leiharbeiter. Neben schlechter Entlohnung sind sie im Ranking - noch vor Bau- und Forstarbeitern - am Arbeitsplatz gesundheitlich am meisten gefährdet.

2011 ist das Jahr der freiwilligen Tätigkeit. 14, 7 Millionen Stunden wöchentlich arbeiten Freiwillige in Österreichs Vereinen und Organisationen. Das ist ein Volumen von rund 425 000 Vollzeiterwerbstätigen.

1120 Yuan (128 Euro) beträgt der monatliche Mindestarbeitslohn in Schanghai, in manchen Regionen Chinas ist er 720 Yuan( 82 Euro) hoch. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist mit 60 Stunden geregelt. Menschenrechtsorganisationen beklagen regelmäßig Gesetzeswidrigkeiten.

150 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren müssen laut Unicef arbeiten, als Soldaten, Prostituierte, in Minen und Steinbrüchen, oft zehn Stunden am Tag.

125 Minuten, gut zwei Stunden, bringen Österreichs Frauen im Vergleich zu Männern täglich länger mit unbezahlter Arbeit in Haushalt und Familie zu. Männer haben jedes Jahr viereinhalb Wochen mehr Freizeit als Frauen.

89 Prozent der Hausarbeiten - Wäschewaschen, Bügeln und Putzen - werden in Österreich von Frauen erledigt.

89 Prozent aller Positionen in den Führungsetagen der Top 50 börsennotierten Unternehmen in Europa werden von Männern besetzt.

61 Prozent aller Studierenden in Österreich sind laut Sozialerhebung während des Semesters erwerbstätig. StudentInnen in Linz haben mit einer Quote von 66 Prozent die höchste Erwerbsbeteiligung.

59,1 Jahre alt sind Männer derzeit bei Eintritt in die Pension, Frauen gehen statistisch gesehen mit 57,1 Jahren. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter in EU-Ländern beträgt 63,6 Jahre.

48 Prozent der Jugendlichen in Spanien sind arbeitslos. In Griechenland sind 43, 5 Prozent Jugendliche ohne Job, in der Slowakei 31, 6 Prozent.

44, 4 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Österreich sind teilzeitbeschäftigt.

40 Euro Taschengeld im Monat erhalten Asylwerber neben der Grundversorgung. Sie haben de facto keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Bearbeitung ihrer Anträge dauert zwischen ein und sieben Jahren.

40 Prozent aller Arbeitnehmer halten laut jüngster Online-Umfrage ein gutes Betriebsklima für das Wichtigste im Job. Dahinter folgen Sinnhaftigkeit der Arbeit und Höhe des Gehalts.

25, 4 Prozent geschlechtsspezifischer Verdienstunterschied in Österreich: Eine Frau muss umgerechnet bis Ende März des darauffolgenden Jahres arbeiten, um den Jahreslohn des männlichen Kollegen zu erwirtschaften.

24 Prozent der Hochschulabsolventen arbeiten fünf Jahre nach Studienabschluss in befristeten Arbeitsverhältnissen. 11 Prozent gehen einer Beschäftigung nach, die keinen Bezug zu ihrem Studium hat.

7,1 Prozent der Jugendlichen in Österreich haben keine Arbeit. Österreich ist das EU-Land mit den wenigsten jungen Arbeitslosen. Im Durchschnitt sind es 21, 4 Prozent.

5 Prozent aller Eltern, die eine berufliche Auszeit nehmen und ihr Kleinkind betreuen, sind männlich. Vorarlberg ist mit zwei Prozent Vätern in Karenz Schlusslicht in Österreich.

4 Milliarden Euro entgehen dem Staat jährlich durch Schwarzarbeit. Über 100 000 Menschen hierzulande "pfuschen“. Europaweit nimmt Schwarzarbeit zu.

3,9 Prozent Arbeitslosenquote: Damit belegt Österreich Platz 1 in der EU und gilt als Vorzeigeland. Die europäische Quote liegt im Schnitt bei 9,7 Prozent.

Kurt Freimüller, Sattler

"Arbeit bedeutet für mich die tägliche Auseinandersetzung mit Mensch,

Tier und Material. Es macht mir Freude, Nützliches, Schönes und Beständiges

aus natürlichen Rohstoffen herzustellen und so auch eine Lebesweise zu

definieren. Von der eigenen Hände Arbeit leben zu könnnen - dadurch entsteht für mich ein Gefühl der Zufriedenheit und Freiheit.“

www.sattlerei-freimüller.at

Foto: Arnold Pöschl

Zu den Fotos

Arnold Pöschl fotografierte für diese Ausgabe von Falter HEUREKA Menschen, die noch mit ihren Händen arbeiten. Für ihn selbst ist die Leidenschaft für einen Beruf entscheidend. Eigentlich ein Luxus. Wir haben zu entscheiden, was wir machen wollen. Das ist mit etwas Mut ganz einfach. Arbeit ist für ihn identitätsstiftend und ein Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen.

Arnold Pöschl arbeitet als Porträtfotograf hauptsächlich in Wien und Klagenfurt. Er liebt, was er macht.

www.arnoldpoeschl.com

www.hafen11.at

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige