Freihandbibliothek

aus HEUREKA 5/11 vom 23.11.2011

Buchtipps von Emily Walton

Die Arbeit im Wandel

Schneller, besser und globaler: Die Arbeitswelt verlangt von jenen, die im System "mitspielen“, immer mehr und mehr: permanente Erreichbarkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, die Fähigkeit, rund um die Uhr aufmerksam zu sein. Lynda Gratton, Professorin an der London Business School, zeigt, wie sich die Arbeitswelt der Zukunft immer noch schneller drehen wird - und gibt Lösungen vor, wie der moderne Arbeitnehmer diese Herausforderungen bewältigen kann.

The Shift: How the Future of Work is Already Here. Lynda Gratton. HarperCollins. 374 Seiten.

Praktische Praktikanten

Die Jungen - und auch immer mehr Ältere - arbeiten nicht für Geld, sondern zunächst einmal in erster Linie für ihren Lebenslauf: In ihren eigenen Augen wird nur jenen Jobsuchenden Erfolg zugetraut, die beim Vorstellungsgespräch gleich eine ganze Handvoll an Praktika vorweisen können. Autor Ross Perlin zeigt in seinem Werk, wie Arbeitgeber den talentierten, unverbrauchten Nachwuchs einsetzen (und missbrauchen), um Kosten zu sparen. Um das berühmte "Kaffeekochen“ geht es längst nicht mehr.

Intern Nation: How to Earn Nothing and Learn Little in the Brave New Economy.

Ross Perlin. Verso Verlag. 258 Seiten.

Der Traum von Vollbeschäftigung

"The Scheme“ ist ein fiktives Projekt, das zusätzliche Arbeitsplätze schaffen soll. Menschen fahren in Kleinbussen herum, um Ersatzteile für eben jene Kleinbusse abzuholen. Das klingt in Ihren Ohren absurd? Nun, das soll es auch, denn immerhin ist Magnus Mills‘ Buch eine Satire auf die Bürokratie und die Selbstausbeutung im Arbeitsleben. Im Zentrum steht mitunter die Frage: Was zählt mehr im Job? Leistung oder abgesessene Zeit am Arbeitsplatz? Leider hat dieses satirisch gemeinte Buch mehr mit der Realität gemein, als einem lieb ist.

The Scheme for Full Employment. Magnus Mills. Bloomsbury Publishing. 256 Seiten.

Der Mist der Gesellschaft

Florence Aubenas könnte man mit dem bekannten deutschen Aufdecker Günter Wallraff vergleichen. Denn die französische Journalistin schleuste sich bei einer Jobvermittlungsagentur ein und gab sich dabei als unqualifizierte Frau aus - ausgerechnet mitten in der Finanzkrise. Als Putzfrau kam sie auf einer Fähre zwischen England und Frankreich unter. In ihrem Buch schildert sie, wie sie unter horrenden Arbeitsbedingungen den Mist der Gesellschaft zu beseitigen hat.

Putze. Mein Leben im Dreck. Florence Aubenas. Pendo Verlag. 256 Seiten.

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