Jungforscherinnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 1/12 vom 02.05.2012

Wie "smarte“ Objekte und digitale Medien unsere Welt verändern, untersuchen diese jungen Forscherinnen.

Tanja Traxler, 26, Uni Wien

2011 hat Tanja Traxler ihr Physikstudium abgeschlossen. "Mich hat schon früh interessiert, dass Physiker immer wieder auf philosophische Fragen stoßen“, erklärt sie die Entscheidung, ihre Dissertation ("Verschränkungen im Raum - philosophische Annäherung an Raum und Körper in der Quantenphysik“) einem fächerübergreifenden Thema zu widmen. "Der Raum ist immer als Ganzes gegeben und lässt sich nicht wie andere Gegenstände der physikalischen Forschung isolieren“, so Traxler. "Das legt eine philosophische Betrachtung nahe.“ Dass sie innerhalb des Doc-Team-Projekts "Thinking Space“ noch einen weiteren interdisziplinären Spagat wagen darf, freut sie enorm: Gemeinsam mit einer Raumplanerin und einer Komparatistin erforscht sie im ÖAW-geförderten Projekt "Ambient Intelligence“, wie sich der Raum durch das Nutzen von "Smart Objects“ verändert.

Julia Grillmayr, 24, Uni Wien

Auch Julia Grillmayrs Dissertation ist eingebettet in das Doc-Team-Projekt "Thinking Space“. "Die Teamarbeit ist eine unerschöpfliche Quelle der Motivation und Neuentdeckungen“, sagt die 24-Jährige, die vergleichende Literaturwissenschaften und Philosophie studiert und ihre Dissertation dazu nutzen möchte, "über Fundamentales nachzudenken“. Akademisch und intellektuell eng verbunden mit den befreundeten Kolleginnen, arbeitet sie über die räumliche Dimension der aktuellen Technologieentwicklung "Ambient Intelligence“: "Es geht um eine Vision von vielen, in unsere Umwelt integrierten, Smart Objects‘, die kommunizieren, Kontextbewusstsein besitzen und eigenständig handeln. Unsere These ist, dass unser Verständnis von Raum und unser Verhältnis zu Alltagsgegenständen dadurch grundlegend verändert wird.“

Elisabeth Augustin, 31, Uni Klagenfurt

"Facebook, Skype & Co beeinflussen Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen stark“, sagt Elisabeth Augustin, Assistentin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Uni Klagenfurt. An ihrem Forschungsfeld fasziniert sie das enge Wechselverhältnis zwischen Technik und Kultur, Medien und Menschen. Für ihre Dissertation interviewte sie Leute, die über ihr Auslandssemester bloggen: "Ich untersuche, wie Menschen Medien zur Bewältigung von Lebensereignissen nutzen. Wenn man nicht auf sein gewohntes Umfeld zurückgreifen kann, werden Medien wichtig als Reflexions- und Wissenstool und zur Pflege von sozialen Kontakten.“

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