Quantenphysik

Ein Quantum Spaß: Wiener Quantenfilm auf "Nature Nanotechnology“ online abrufbar

Uschi Sorz | aus HEUREKA 1/12 vom 02.05.2012

This just blows my mind“, begeistert sich ein User auf YouTube über Thomas Juffmanns "Quantum interference movie“. Denn was da zu Anton Karas’ Klängen aus dem Film "Der dritte Mann“ so wienerisch relaxt daherkommt, ist faszinierend: Die Aufnahmen mit dem Fluoreszenzmikroskop machen die Dualität von Teilchen und Welle, Zufall und Vorbestimmtheit, Lokalität und Delokalisierung visuell und intuitiv erfahrbar.

"Das Neue daran ist, dass man hier den Aufbau dieses quantenmechanischen Interferenzmusters Molekül für Molekül sehen kann“, erklärt Thomas Juffmann vom Quantennanophysik-Team um Professor Markus Arndt (Universität Wien und Vienna Center for Quantum Science and Technology, VCQ), dem dieses Experiment gelungen ist. "Das hat es für so große Moleküle noch nie in einem Film gegeben.“

Zu sehen ist in Echtzeit, wie bis zu 100 Mikrometer große quantenmechanische Beugungsstrukturen wohlgeordnet aus zufällig eintreffenden einzelnen Phthalocyaninmolekülen entstehen, nachdem diese ein nanomechanisches Gitter durchflogen haben. Um die Van-der-Waals-Wechselwirkung zwischen Molekülen und Gitterstäben zu veringern, wurden extrem dünne Gitter verwendet.

Seit der Quantenfilm Ende März auf "Nature Nanotechnology“ online ging ( www.quantumnano.at), ist er erfolgreich auf "Welttournee“: Viele Medien, Blogs und wissenschaftliche Webseiten haben ihn übernommen, und auf YouTube, wo er ebenfalls zu sehen ist, verzeichnete er bereits Anfang April über 10.000 Klicks. Das Forscherteam nimmt es erfreut zur Kenntnis. "Wesentlich ist für uns aber, dass das Experiment unsere Forschung und die anderer voranbringt“, so Juffmann. "Darüber hinaus hat es einen hohen pädagogischen und ästhetischen Wert für alle, die den Welle-Teilchen-Dualismus studieren.“

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige