Physik

Die Stromnetze von morgen transportieren nicht mehr Wechsel-, sondern Gleichstrom

Florian Petautschnig | aus HEUREKA 2/12 vom 23.05.2012

Weg von fossilen Rohstoffen hin zu erneuerbaren und nachhaltigen Energieformen: Derzeit scheint in einigen Ländern Europas ein Umdenken in Sachen Energieressourcen stattzufinden. So hat zum Beispiel Deutschland nach der Kernkraftwerkkatastrophe in Fukushima beschlossen, aus der Kernenergie auszusteigen.

Doch um Elektrizität künftig größtenteils aus Energiequellen wie Solar- oder Windkraft auch effizient nutzen zu können, reicht es nicht aus, Windkraftwerke oder Solaranlagen en masse zur Verfügung zu haben.

"Es braucht auch ein adäquates Stromnetz“, meint Lothar Fickert, Professor am Institut für elektrische Anlagen an der TU Graz.

In Deutschland befinden sich zum Beispiel Windkraftwerke größtenteils im Norden. Damit der dort erzeugte Strom aber auch im Süden genutzt werden kann, muss er über ein möglichst effizientes Stromnetz dorthin transportiert werden.

Warum funktioniert das nicht in den herkömmlichen Netzen? - "Bestehende Stromnetze transportieren auch über lange Strecken Wechselstrom“, sagt Fickert. "Wechselstrom kann man sich wie eine Welle vorstellen. Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, dauert es einige Zeit, bis die Welle am Ufer ankommt. Wenn eine elektrische Welle über lange Strecken transportiert wird, kann es sein, dass sie, am Ziel ankommend, vorne abgeschwächt ist. Das kann zu Verlusten bei der Stromspannung führen.“

Deshalb müsse man beim Stromtransport über weite Strecken auf Gleichstrom umsteigen. Erfolgreiche Tests damit gibt es bereits, auch an der TU Graz.

Doch bis solche Gleichstromnetze in Europa auch grenzüberschreitend eingeführt werden, dürften noch Jahrzehnte vergehen.

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