Der Countdown zum Thema

Florian Petautschnig | aus HEUREKA 2/12 vom 23.05.2012

8.600.000.000 Euro gibt die Republik Österreich laut Statistik Austria im Jahr 2012 für Forschung und experimentelle Entwicklung aus.

1.400.000.000 Euro beträgt in etwa das Jahresbudget der deutschen Max-Planck-Gesellschaft. Sie ist eine der führenden Forschungsinstitutionen in Deutschland. Eine vergleichbare Institution in Österreich wäre die Akademie der Wissenschaften. Zum Vergleich: die Akademie hat ein Jahresbudget von etwa 100 Millionen Euro.

4.000.000 Euro erhält ein Wissenschafter maximal, wenn ihm vom European Research Council ein ERC-Grant für ein Forschungsprojekt verliehen wird. ERC-Grants gehören zu den europaweit höchstdotierten Forschungspreisen. Finanziert werden sie von der Europäischen Kommission.

1.500.000 Euro beträgt der höchstdotierte Forschungspreis in Österreich, der Wittgenstein-Preis. Verliehen wird er vom Wissenschaftsfonds FWF. Im Unterschied zu vielen anderen Preisen muss für den Wittgenstein-Preis kein konkretes Projekt eingereicht werden. Die Nominierung erfolgt durch Dritte. Außerdem können die Wittgenstein-Fördermittel von den Preisträgern frei verwendet werden, ohne dass Zwischenberichte beim FWF vorzulegen sind. Einzige Voraussetzung ist, dass das Geld für Forschungszwecke verwendet wird.

56.400 Personen sind in Österreich laut Statistik Austria im Tätigkeitsbereich Forschung und experimentelle Entwicklung in Vollzeit angestellt, davon rund 27 Prozent, also etwa 15.000, im Hochschulsektor.

25.000 Personen beträgt (geschätzt) die Mitgliederanzahl der Cochrane-Collaboration. Das ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftern, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht haben, klinische Studien zu Medikamenten unabhängig nachzuprüfen.

80 Prozent aller Fördermittel des Wissenschaftsfonds FWF werden ausschließlich dafür aufgewendet, die Personalkosten von Forschungsprojekten zu decken.

33 Doktoratskollegs, die vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt werden, laufen derzeit. Doktoratskollegs sind Netzwerke von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern. Sie haben die Aufgabe, Doktorandinnen und Doktoranden auf hohem Niveau auszubilden.

18 sogenannte Spezialforschungsbereiche (SFB) fördert der Wissenschaftsfonds FWF derzeit. Die SFB sind Netzwerke von Experten einer Wissenschaftsdisziplin, die sich an einem Standort zusammenschließen, um sich gemeinsam langfristigen und aufwendigen Forschungen widmen. Der FWF fördert jeden Spezialforschungsbereich mit rund einer Million Euro im Jahr.

13 laufende als auch neu bewilligte Nationale Forschungsnetzwerke (NFN) fördert der FWF aktuell. NFN sind Netzwerke, die aus Forscherinnen und Forschern in Österreich, aber auch teilweise aus dem Ausland bestehen. Ziel dieser Netzwerke ist, Schwerpunkte, die es in einer Wissenschaftsdisziplin gibt, durch die Zusammenarbeit von Experten an verschiedenen Standorten auf diesem Gebiet zu festigen und zu fördern. Jedes Netzwerk erhält rund 800.000 Euro pro Jahr.

3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollte jedes Mitgliedsland der EU bis 2010 für das sogenannte "Lissabon-Ziel“ ausgeben, das sich die Europäische Union im Jahr 2002 gesetzt hat, um die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union im Vergleich mit den USA und Japan zu erhöhen. Bis 2010 erreichten dieses Ziel aber nur zwei europäische Länder: Schweden und Finnland.

2 Wittgenstein-Preise des Wissenschaftsfonds FWF werden jährlich maximal verliehen.

Andreas Pospischil

Vienna University of Technology

Institute of Photonics

Er beschäftigt sich derzeit mit Photodetektoren, die aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen aufgebaut sind. Diese neuartigen Bauteile arbeiten viel schneller als herkömmliche Lichtdetektoren und könnten am Ende von High-speed-Datenübertragungssystemen zum Einsatz kommen, um die Lichtsignale wieder in elektrische Signale umzuwandeln.

"Forschungsnetzwerke wie zum Beispiel das SFB Infrared Optical Nanostructures (IR-ON) bieten für mich einerseits die Möglichkeit, wissenschaftliche Probleme in einer größeren Gruppe zu besprechen und zu lösen, andererseits bieten Kollaborationen mit internationalen Forschungsgruppen die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Diese Kontakte können auch weit über das Doktoratsstudium hinaus interessant sein.“

Foto: Arnold Pöschl

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