Bibliothekswissenschaft

Eine digitale Bibliothek für Europa

Sabine Edith Braun | aus HEUREKA 3/12 vom 20.06.2012

Schon 23 Millionen kulturelle europäische Objekte sind auf der Plattform Europeana digital zugänglich

Ende Mai fand im Don-Juan-Archiv Wien, einem privaten theater- und kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum mit Archiv und Digitalisierungsabteilung, die Tagung "Von der Digitalisierungsidee zur digitalen Bibliothek - Wege für Museen, Bibliotheken und Archive in die Europeana“ statt. Die Europeana ist die digitale Bibliothek Europas. Seit 2006 mit Unterstützung der EU-Kommission in Planung, ging das Portal im Jahr 2008 online.

"In den letzten Jahren wurden in zahlreichen großen Institutionen Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Die Idee der Tagung war, interessierte Personen bzw. Institutionen von den gewonnenen Erfahrungen profitieren zu lassen“, erklärt Matthias J. Pernerstorfer, Direktor des Don-Juan-Archivs. "Die Tagung wurde in Kooperation mit den Unibibliotheken Wien und Tirol sowie der EuropeanaLocal veranstaltet. Dabei spannten wir einen weiten Bogen: von der Konzeption über die Möglichkeiten der Digitalisierung in den Bereichen Hard- und Software bis hin zu Fragen der Langzeitarchivierung und der Vernetzung in internationalen Portalen.“ Mehrere Herstellerfirmen präsentierten auch ihre Geräte, wobei die Produktpalette von mobilen Digitalisierungsgeräten bis zu Scanrobotern reichte.

Das Don-Juan-Archiv selbst wird in Kürze in Europeana mit einer Sammlung von Theaterdrucken in knapp 3000 Bänden aus der Mitte des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vertreten sein. "Für uns als kleines Forschungsinstitut ist die Europeana ein passender Weg, den eigenen Bestand international sichtbar zu machen“, sagt Pernerstorfer. "Denn die Auffindbarkeit unserer Sammlung via Google erhöht sich dadurch entscheidend.“ Gleichzeitig wird an einer digitalen Forschungsbibliothek für den Bestand gearbeitet, die deutlich mehr sein soll als ein Rechercheinstrument.

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