Klimawandel

Geht bei uns das Licht aus, wenn das künstliche Beschneien von Pisten richtig teuer wird?

Sonja Burger | aus HEUREKA 3/12 vom 20.06.2012

Ändert sich das Klima, spürt dies auch der heimische Tourismus. Beim Wintertourismus kommen die extrem teure Infrastruktur und die steigenden Ansprüche der Touristen erschwerend hinzu. Damit stellt sich die Frage: Wird man in 20 Jahren in Österreich noch "Schi foan“ können?

"Ja“, lautet die Antwort des Meteorologen Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie der BOKU, Mitherausgeber der Studie "Tourismus im Klimawandel“. Darin befassen sich Klimaforscher und Ökonomen aus Graz und Wien erstmals mit der Situation von Tourismusgemeinden im Klimawandel. Die Studie kommt zum Schluss, "dass man auch in zwanzig Jahren durch die Beschneiung noch gut Ski fahren kann“.

In den Berechnungen wurde das künstliche Beschneien berücksichtigt, "denn die Naturschnee-Sicherheit allein entspricht längst nicht mehr der Realität“, sagt Formayer.

Rein technisch gesehen ist es also möglich, in der nahen Zukunft für gute Pistenverhältnisse zu sorgen. Der Haken daran: Mehr Ressourcen wie Wasser und Energie werden notwendig sein. Die Experten schätzen, dass die ohnehin schon sehr kostenintensive Infrastruktur zur Schneeerzeugung dadurch noch teurer wird.

Ob es sich für eine Region dann rechnet, in den weiteren Ausbau der Infrastruktur zu investieren, oder ob andere Strategien besser sind, ist die Frage. Der Umweltökonom Franz Prettenthaler der Forschungsgruppe Regionalpolitik, Risiko- und Ressourcenökonomik am Joanneum Research leitete die Studie. Ihn habe fasziniert, dass sich "im Fall eines starken Nachfragerückgangs in den Wintersportgemeinden der Schock auch auf die Regionalwirtschaft eher tourismusschwacher Bundesländer wie Nieder- oder Oberösterreich überträgt“.

Diese komplexen Zusammenhänge wurden durch verschiedene Analysemethoden und modellgestützt verdeutlicht. Im Endeffekt stellt sich heraus, dass Gemeinden wie Regionen gut daran tun, vor dem Klimawandel nicht die Augen zu verschließen. "Und für sich zu klären, wo zukünftige Investitionen tatsächlich Sinn machen“, ergänzt Formayer.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige