Mathematik

Mit Mathematik lassen sich komplexe Sachverhalte in verschiedenen Systemen beschreiben

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/12 vom 24.10.2012

Abstraktes Denken hat mir immer schon gefallen“, sagt Ingrid Blumthaler. "Mathematik hat mich vor allem fasziniert.“ Die 28-jährige Seefelderin hat an der Fakultät für Mathematik der Uni Innsbruck studiert. Heute arbeitet sie in einem anwendungsorientierten Gebiet, der mathematischen Systemtheorie. Auch Ingenieure brauchen sie, etwa in der Mess-, Verfahrens- oder Elektrotechnik, um komplexe Probleme verstehen und beeinflussen zu können. Wie beim Tempomat, der ein Auto unabhängig von äußeren Störungen auf einer konstanten Geschwindigkeit halten soll.

"Reizvoll an der Systemtheorie ist, dass hier verschiedenste Gebiete der Mathematik zusammenkommen und dass sich ständig neue und weiterführende Fragen ergeben.“ Nachdem sie im März sub auspiciis promoviert hat, arbeitet sie nun am FWF-Projekt "Observer and compensator design via quotient signal modules“ an der Universität Innsbruck mit.

"Ein System ist die Lösungsmenge eines Systems von impliziten Differenzialgleichungen in mehreren Unbekannten. Die Elemente des Systems sind also Vektoren von Signalen.“ Typische Fragen der Systemtheorie, die auch im FWF-Projekt behandelt werden, sind Beobachter-, Stabilisierungs- und Regelungsprobleme. Ein "Beobachter“ ist ein weiteres System, das die gemessenen Signale beinhaltet und eine Schätzung der unbekannten Signale erlaubt. "Wir konstruieren zum Beispiel die Menge aller möglichen Beobachter für ein sehr allgemein gestelltes Beobachterproblem. Zu diesen Fragen haben wir einen sehr mathematischen, insbesondere algebraischen Zugang.“

Nach dem Ende des FWF-Projekts im Februar 2013 möchte die Tirolerin zwei Jahre als Postdoc an der Universität Padua arbeiten.

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