Evolutionsbiologie

Polygamie sichert Pfeilgiftfröschen das Überleben

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/12 vom 24.10.2012

Die komplexe Fortpflanzungsbiologie der Pfeilgiftfroschart Allobates femoralis: Viele Männchen für ein Weibchen

Vom Ei bis zur Metamorphose lauern zahlreiche Gefahren auf die Larven der Pfeilgiftfroschart Allobates femoralis: Eine Reihe von Fressfeinden delektiert sich nur zu gerne an ihnen, und die Wasserstellen, in denen sie sich entwickeln, können leicht austrocknen. Für das Problem der Arterhaltung haben die nur zwei Zentimeter großen Tierchen allerdings ihre eigene Lösung gefunden: "Die Weibchen wählen viele Männchen als Partner aus, da sie dadurch den Fortpflanzungserfolg sowie die genetische Vielfalt der Nachkommen erhöhen und verschiedenste Risikofaktoren in Bezug auf das Überleben ausschalten“, sagt Eva Ringler, Evolutionsbiologin an der Universität Wien. Schließlich legen die Weibchen ihre Eier an Land ab und die jeweiligen Männchen tragen sie ins Wasser, wo sie bis zur Metamorphose bleiben.

Nachdem sie schon ihre Dissertation den Allobates femoralis gewidmet hatte, setzte Ringler ihre Forschung im Frühjahr dieses Jahres mit Unterstützung des L’Oréal-Stipendiums "For Women in Science“ fort. "Auf einer Flussinsel in Französisch-Guyana haben wir eine Population von Allobates femoralis etabliert, um jene Faktoren zu untersuchen, die das Überleben der Tiere maßgeblich beeinflussen“, berichtet sie. Genetische Marker aus Gewebeproben von Kaulquappen ermöglichten es ihrem Team, die gesamte Pfeilgiftfroschpopulation langfristig zu verfolgen und auch Stammbäume zwischen aufeinanderfolgenden Generationen zu rekonstruieren.

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