Medizin

Die "Schaufenster-Krankheit“ tötet binnen fünf Jahren jeden Dritten, der an ihr leidet

Dieter Hönig | aus HEUREKA 4/12 vom 24.10.2012

Die häufig unterschätzte "Schaufensterkrankheit“ PAVK (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit) ist eine aggressive Form der Arteriosklerose. "Betroffene haben eine deutlich reduzierte Lebenserwartung und Lebensqualität“, sagt Andreas Franczak, Facharzt für Viszeral- und Gefäßchirurgie in Wien.

Innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnosestellung stirbt etwa jeder Dritte an einer Gefäßerkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dabei wäre ausreichend Zeit, um im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen als Risikokandidat erkannt zu werden. Die Beindurchblutung kann mit einer schmerzlosen Gefäßuntersuchung (Ultraschall-Doppler) gemessen werden. Dabei lässt sich die Wahrscheinlichkeit eines erhöhten Risikos gut bestimmen. Liegt eine "Schaufensterkrankheit“ vor, sollten unbedingt auch Herzarterien sowie Halsschlagadern (Carotiden) untersucht werden.

Arteriosklerose ist zwar unheilbar, jedoch lassen sich gefährliche Gefäßverengungen bei rechtzeitiger Diagnose zumindest hinauszögern. Neben medikamentösen Therapien werden heute gute Ergebnisse mit Gefäßdehnungen durch die Einbringung eines speziell beschichteten Stents erzielt. Franczak: "Auch in fortgeschrittenen Fällen kann durch das Legen eines Arterienbypasses oder durch Ausschälung eines verstopften Gefäßes eine Amputation abgewehrt werden. Dank der Fortschritte in der Mikrochirurgie können auch Gefäßumleitungen auf die Fußarterien gelegt werden.“ Wesentlich ist dabei die Mitarbeit des Patienten durch gezieltes Gehtraining und durch den Verzicht aufs Rauchen.

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