JungforscherInnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 5/12 vom 21.11.2012

Kürzlich stellten DoktorandInnen der Wiener Fakultät für Sozialwissenschaften ihre Projekte am "Tag des SOWI-Doktorats“ vor. Hier drei vielversprechende Beispiele.

Christian Rogler, 31, Kultur- und Sozialanthropologie

"Im Endeffekt beforsche ich mein eigenes Arbeitsumfeld“, sagt Christian Rogler. Er durchleuchtet am Institut für Kultur und Sozialanthropologie im Rahmen eines DOC-Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Arbeitsbedingungen sowie Wissenschafts- und Bildungsbegriffe in den Sozialwissenschaften. Sein Thema: "Kultur und sozialanthropologische Wissensproduktion und -vermittlung im Kontext der neoliberalen Wissensgesellschaft.“ Wie wirken sich aktuelle Veränderungen auf die - heute oftmals unter prekären Bedingungen forschenden - WissenschafterInnen aus? "Mir ist wichtig, sowohl die Perspektiven der betroffenen WissenschafterInnen als auch die ihrer Vorgesetzten und Fördergeber zu erfassen“, so Rogler, der seine Betrachtungen nicht nur auf heimische Universitäten beschränkt, sondern auch internationale Positionen einbezieht.

Simone Schumann, 34, Wissenschaftsforschung

Die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft haben Simone Schumann schon während ihrer Magisterarbeit zum Institutionalisierungsprozess von Reproduktionstechnologien interessiert. Nun untersucht sie in ihrer Doktorarbeit "Encountering Nanofood. How Austrian Citizens Appropriate an Emerging Technology in the Field of Food and Nutrition“, wie Menschen neue Nahrungsmitteltechnologien in ihre Lebenswelt integrieren. "Dabei geht es unter anderem um die Performanz und Neuverhandlung von gesellschaftlichen Werten und Normen, Diskursen und Praktiken, Erfahrungen und Erwartungen“, so die Grazerin, die das Verhältnis von Essen und Technologie besonders spannend findet. "Bei dem Thema werde ich sicher auch nach meinem Doktorat bleiben.“

Anna Wanka, 25, Soziologie

"Wer nicht hinausgeht, wird in der Gesellschaft unsichtbar“, sagt Anna Wanka. Was bedeutet es also für ältere Menschen, wenn sie sich immer mehr in ihre Wohnungen zurückziehen? Oder umgekehrt gefragt, welche Bedingungen brauchen sie, damit sie doch hinausgehen und am sozialen Leben teilnehmen? Fragen wie diese untersucht die junge Wienerin in ihrem Dissertationsvorhaben "Withdrawal from Public Space. Elderly Urban residents and the Social Practice of, Going Out‘“. Zur Soziologie kam Wanka, weil sie Politikerin werden wollte. Den ersten Berufswunsch hat sie aber durch die Begegnung mit ihrer Disziplin revidiert. "Schon von der ersten Vorlesung an war mir klar, dass das hundertprozentig mein Fach ist.“

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