Medizin

Studien belegen bessere Heilung von Bruchoperationen durch Omega-3-Fettsäuren

Dieter Hönig | aus HEUREKA 5/12 vom 21.11.2012

Anlässlich des internationalen Symposiums "Innovations in Visceral Surgery“ am 2. und 3. Dezember im Linzer AKH werden neueste Studienerkenntnisse aus den Benelux-Ländern zu Omega-3-beschichteten Netzen präsentiert. Die positive Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf unseren Körper ist mittlerweile wissenschaftlich anerkannt: Stärkung des Immunsystems und Entzündungshemmung sind nur einige der Vorteile. Nun sollen sie auch bei Bruchoperationen zum Einsatz kommen.

"Die Sanierung eines Narben-, Nabel- oder Leistenbruchs wird in hochspezialisierten Zentren zunehmend schon per Mini-Schlüsselloch-Technik durchgeführt. Dabei arbeitet man narbenfrei ausschließlich durch den Nabel oder durch zwei zusätzliche, winzige Einstichöffnungen“, erklärt Symposiumsleiter Andreas Shamiyeh vom AKH Linz.

Um die Bruchpforte sicher zu verschließen, werden nun von einigen österreichischen Zentren neue, optimierte Polypropylennetze, mit Omega-3-Fettsäuren beschichtet, ins Gewebe eingesetzt. Denn der menschliche Körper nimmt, wie Studien aus dem In- und Ausland zeigen, die Omega-3-Fettsäuren als Zellnahrung nach und nach wohldosiert auf. Das Netz wächst besser ein, Fremdkörpergefühle treten nicht auf und die Entzündungsgefahr ist geringer.

Die innovativste Variante, ein dreidimensionales Netz, das sich der Organform optimal anpasst (C-QurCentrFX), soll diesen Effekt noch verstärken. Was auch der Leistenbruch-Experte René Fortelny vom Wilhelminenspital Wien bestätigt. Für ihn stellt die Kombination von Schlüsselloch-Chirurgie und einem mit Omega-3-Fettsäuren beschichteten Netz die derzeit verträglichste Form der Bruchsanierung dar.

Fortelny ergänzt: "Optimal für den Patienten ist es, wenn zur Fixierung des Netzes auch ein spezieller Gewebekleber zum Einsatz kommt. Denn Metallclips können ein Fremdkörpergefühl vermitteln und Nervenschädigungen mit chronischen Schmerzen verursachen. All das kann man dem Patienten in spezialisierten Zentren heute ersparen.“

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