Die Angewandte im Blutrausch

Studierende der Universität für Angewandte Kunst entwickeln ein Projekt zum Thema Blutspenden

Christian Zillner | aus HEUREKA 1/13 vom 24.04.2013

Blutrausch, was sagst du dazu?" fragt Elisabeth Kopf. Sie ist Grafikerin mit internationaler Reputation (nicht ganz leicht für eine Frau) und unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst in der Grafikklasse von Oliver Kartak. Gegenwärtig betreut sie ein Projekt ihrer Studierenden Jasmin Roth, Lara Stättner, Luna Almousli und Stephan Göschl, an dem noch eine Reihe weiterer Personen beteiligt sind.

Wär' ich jung, wär' ich von Blutrausch begeistert. So gefällt mir eher die Idee hinter dem blutrünstigen Begriff. Und zwar so gut, dass ich mich entschlossen habe, mit dieser Gruppe eine Art Kooperation zwischen "Blutrausch -die Angewandte blutet" und Falter Heureka einzugehen. Die Illustrationen, die Sie auf der vorigen und den folgenden Seiten sehen, sind Arbeiten von Studierenden der Grafikklasse der Angewandten aus dem Projekt. Die Texte von Dieter Hönig wiederum (im früheren Leben ein Staatsopernsänger) wurden auch für die drei Magazine der Studierenden geschrieben, die im Rahmen des Blutrausches entstehen. Dort sind sie in der Langfassung zu lesen, also zahlt es sich aus, an diese Hefte heranzukommen. Abgesehen davon, dass dort noch eine Menge mehr über Blut nachzulesen sein wird.

Blutrausch. Natürlich denkt da jeder gleich ans -Blutspenden. Und genau darum geht es letztlich bei diesem Kunstprojekt. Die Studierenden möchten die Angewandte (also die Personen dort) dazu bringen, Blut zu spenden. Dafür haben sie eine eigene Veranstaltung konzipiert. Sie findet am 13. und 14. Juni an der Angewandten statt und ist eine Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz. Die Idee dazu kam aus einem anderen Projekt von Elisabeth Kopf, bei dem türkische Künstlerinnen und Künstler ihre Vorstellungen von Blut dargestellt haben. Nun soll es um österreichisches Blut, vor allem aber auch um Informationen rund ums Blut gehen. Dazu setzen die jungen Grafiker unterschiedliche Medien ein, vom Internet bis zum Psychotest. Nach der Veranstaltung wollen die Bluträuschler 125 Liter Blut an das Rote Kreuz übergeben. Dafür kampagnisieren sie. Neben den drei Ausgaben des Blutrausch-Magazins wird es eine Website, Social Media, Teaseraktionen und Pressekonferenzen geben.

Was am 13. und 14. Juni passiert, nachdem alle geblutet haben, ist noch geheim, aber an Räuschen wird es wohl auch nicht fehlen. Die Aktion findet in einem Blutspendebus des Roten Kreuzes statt (das Bluten, nicht der Rausch). Er wird vor dem Hauptgebäude der Angewandten stehen. Selbstverständlich sind auch der Angewandten fernstehende Personen zum Spenden eingeladen. Da erübrigt sich dann auch die Frage, was Kunst eigentlich soll.

Blutrausch - die Angewandte blutet

13. & 14. Juni 2013 ganztägig, Universität für Angewandte Kunst 1., Oskar-Kokoschka-Platz 2

www.blutrausch.org www.babylon-designschool.com

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