Freihandbibliothek

Buchtipps von Emily Walton

Emily Walton | aus HEUREKA 1/13 vom 24.04.2013

Wenn Kalbsblut ruhig stellt

Dem Blut und seiner Bedeutung für Medizin, Wirtschaft und Gesellschaft geht Douglas Starr in dieser Geschichtsschreibung nach. Dabei deckt er die Zeitspanne des späten 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ab. Weite Strecken sind den 1980ern, der Ausbreitung des HIV-Virus, gewidmet, ebenso der Kommerzialisierung und Globalisierung der Ware Blut (Stichwort: Blutbanken). Zudem beschreibt der Autor (historische) Forschungen auf diesem Gebiet: Etwa, als ein Irrer durch eine Kalbsblut-Infusion beruhigt werden konnte.

Blood: An Epic History of Medicine and Commerce. Douglas Starr. Harper Perennial. 496 S.

Menschwerdung zwischen zwei Buchdeckeln

"Who needs literature, when science is so much fun?", schrieb ein Literaturkritiker der britischen Tageszeitung Guardian über dieses Buch - und nicht zu Unrecht. Spencer Wells, ein US-amerikanischer Genforscher, geht der menschlichen Evolution auf den Grund, ohne dabei zu theoretisch zu werden: Seine Beschreibungen sind nachvollziehbar, seine Schlüsse logisch. Gut für Laien, um sich einmal anthropologische und auch archäologische Einblicke zu verschaffen. Ergänzt wird das Buch durch beeindruckende Fotos.

The Journey of Man: A Genetic Odyssey. Spencer Wells. The Penguin Press. 224 S.

Blut als Lesevergnügen

Was wäre ein guter Krimi ohne Blut? Aber: Blutspritzen allein reicht nicht, um in diesem Genre Erfolg zu haben. Es bedarf Gründlichkeit und Sprachgefühl, das die Französin Fred Vargas hat. In "Wash this blood clean from my hand" versucht der Pariser Kommissar Adamsberg eine Mordserie zu lösen. Die Tatwaffe: Ein Dreizack. Es lohnt sich, dieses Buch auf Englisch zu lesen. Nicht nur, weil der Titel hier vielversprechender ist als "Der vierzehnte Stein". Der Roman wurde für seine gelungene Übersetzung ins Englische ausgezeichnet.

Wash this blood clean from my hand. Fred Vargas. Vintage. 400 S.

Das menschliche Haltbarkeitsdatum

Die Frage nach der ewigen Jugend beschäftigt seit jeher Wissenschaft und Philosophie. David Boyd Haycock widmet sein Buch "Mortal Coil. A short history of living longer" jenen Persönlichkeiten, die versuchten, Antworten zu finden: Sir Francis Bacon, Rene Descartes, Benjamin Franklin, Charles Darwin und auch Sigmund Freud. Alle sind sie - noch auf der Suche nach des Rätsels Lösung -gestorben. Spannend, gewitzt und dennoch fundiert nähert sich der Autor den Theorien dieser Denker und Forscher an.

Mortal Coil. A short history of living longer. David Boyd Haycock. Yale University Press. 320 S.

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