Kommunikation

Open Access, was ist denn das, fragt der Geisteswissenschafter (aber nicht mehr lang)

Sonja Burger | aus HEUREKA 1/13 vom 24.04.2013

Open Access, also der freie und kostenlose Zugang zu wissenschaftlicher Information via Internet, ist stark im Kommen. Die Vorreiterrolle übernahmen die Natur- und Lebenswissenschaften. In den Geistesund Sozialwissenschaften ist zwar Interesse vorhanden. Dennoch hinkt man der Entwicklung hinterher.

Die Ursachen und Vorbehalte sind den beiden Experten Guido Blechl vom Open Access Koordinationsbüro und Juan Gorraiz vom Bibliometrics Department der Universität Wien aus Beratungsgesprächen bekannt. Sie unterstützen Wissenschafter bei der Umsetzung von Open-Access-Publikationen.

"Eine wissenschaftliche Publikation wird gerade von Geisteswissenschaftern oft auch als Werk mit einer kulturellen Komponente betrachtet", sagt Gorraiz. Die Publikationstradition und die große Bedeutung von Sprache spielen auch in den Sozialwissenschaften eine Rolle, gerade wenn es um die Akzeptanz von Open Access geht. Viele lösen sich ungern von der Idee einer Print-Publikation. Außerdem fällt bei Open Access für den Autor beziehungsweise die Institution, für die er wissenschaftlich tätig ist, vielfach eine einmalige Publikationsgebühr (Article Processing Charges) an. "Diese Gebühr kann etwa in den Naturwissenschaften bis zu mehrere tausend Euro betragen", erklärt Blechl. An der Universität Wien werden Interessierte seit dem Jahr 2009 beraten und finanziell unterstützt.

Die vom FWF mit dem BMWF gestartete "Letter of Interest"-Phase für eine Anschubfinanzierung qualitativer Open-Access-Zeitschriften in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ging kürzlich zu Ende. Die Resonanz habe den Initiatoren gezeigt, dass das Interesse der Wissenschafter groß sei, berichtet Stefan Bernhardt vom FWF.

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