Freihandbibliothek

Buchtipps von Emily Walton

aus HEUREKA 2/13 vom 29.05.2013

Wenn Kühe mit dem Schweif wedeln

Es steckt mehr hinter dem Schweifwedeln einer Kuh: Diese Bewegung drückt wie viele andere Bewegungen von Mensch und Tier eine Emotion aus. Das ist heute keine neue Erkenntnis mehr. Doch als Charles Darwins Theorien im späten 19. Jahrhundert publiziert wurden, waren sie revolutionär und grundlegend für weitere Forschungen. Noch heute ist Darwin für den Leser durchaus anwendbar. Einfach aufschlagen - man wird vom jeweiligen Kapitel sofort aufgesogen.

The Expression of the Emotions in Man and Animals. Charles Darwin.

CreateSpace Independent Publishing Platform. 354 S.

Welt und Wissen in Essays

Donald Davidson prägte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Philosophie maßgeblich, vor allem in den Bereichen der Sprachphilosophie und der Philosophie des Geistes. Anders als andere Philosophen hat er aber kein einheitliches Werk verfasst und publiziert. Stattdessen gibt es ein fünfbändiges Kompendium seiner Aufsätze. Dieses Buch, Band drei, enthält die wichtigsten erkenntnistheoretischen Schriften des US-Philosophen. Zentral ist, wie sich das Wissen von sich selbst zum Wissen von anderen und von der Welt verhält.

Subjective, Intersubjective, Objective.

Donald Davidson. Oxford University Press. 258 S.

Die Stimme der Gehörlosen

Was ist das Besondere an der menschlichen Stimme? An der Beziehung zwischen Ohr und Stimme? Und können wir unsere Stimme tatsächlich kontrollieren? Ist sie, wie Freud postulierte, eine Ausdrucksform der Seele? Und: Wie drücken sich dann jene aus, die nicht hören und sprechen können? Diesen Fragen nähert sich Autor Jonathan Ree philosophisch an. Historisch arbeitet er die Stellung von Gehörlosen in der Gesellschaft auf und bedient sich dabei zahlreicher Anekdoten, sodass das Buch fesselnd und faktenreich zugleich ist.

I See a Voice.

Jonathan Ree. Flamingo. 416 S.

Besser Leben mit Lesen

In Verlauf des Lebens etlicher Menschen sammeln sich viele Bücher an, besonders bei Literaturwissenschaftern. Der Literaturwissenschafter Karlheinz Rossbacher hat geschickt ein persönliches Alphabet konstruiert, das man durchaus auch als Biografie lesen kann. Rossbacher lässt in diesem Buch sein Leben Revue passieren, arbeitet dabei aber stets literarische Stationen und Leseerlebnisse mit ein. Für jeden Eintrag trifft der Autor den richtigen Ton. Dieses Buch ist ein echtes Lesevergnügen, nicht nur für Germanisten.

Lesen und Leben: Ein persönliches Alphabet.

Karlheinz Rossbacher. Otto Müller Verlag. 292 S.

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