Jungforscherinnen

Diese DoktorandInnen forschen im Rahmen des PhD-Programms des IMP (Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie) an grundlegenden Fragen der Biologie.

Uschi Sorz | aus HEUREKA 2/13 vom 29.05.2013

Johannes Grießner, 24, IMP und MedUni Wien

"Emotionen sind vielleicht der fundamentalste Teil unseres Selbst", sagt Johannes Grießner. "Und immer noch ist unklar, wie Psychopharmaka, die wir einsetzen, um Emotionen zu steuern, neuronale Schaltkreise im Gehirn beeinflussen." Mit dieser Thematik beschäftigt er sich am Beispiel der Erweiterten Amygdala. An seiner Dissertation "Genetische Untersuchung von Angstschaltkreisen und deren Beeinflussung durch Psychopharmaka" arbeitet Johannes Grießner im Rahmen einer Kooperation der MedUni Wien mit dem IMP. Resultate könnten helfen, bessere Angriffspunkte für angstlösende Medikamente zu finden. "Ich lerne aber auch, wie einzelne Bausteine des Gehirns zusammenspielen, um etwas zu erzeugen, das wir als Gefühl wahrnehmen", ergänzt er. "Noch vor wenigen Jahren hätte ich es mir nicht träumen lassen, einmal an so etwas Grundlegendem zu arbeiten."

Juliane Tinter, 32, IMP und Uni Wien

Juliane Tinter interessiert, wie sensorische Reize im Gehirn verarbeitet werden und wie Wahrnehmung entsteht. "Es gibt ja zahlreiche Beispiele optischer oder akustischer Täuschungen, die zeigen, dass das Gehirn kein passiver Empfänger von Außenreizen ist, sondern aktiv interpretiert und formt, was wahrgenommen wird", erklärt die Molekularbiologin. In ihrer Dissertation "Die Rolle des auditorischen Kortex bei der Wahrnehmung und dem Erlernen akustischer Reize" vergleicht Juliane Tinter durch Geräusche erzeugte Hörerfahrungen von Mäusen mit Wahrnehmungen, die sie durch gezielte artifizielle Stimulation neuronaler Zellpopulationen der Hörrinde verursachen kann. "Ich möchte durch meine Forschungen Hirnleistungen besser verstehen, die es ermöglichen, sich in einer sich ständig ändernden Welt mit widersprüchlichen Reizen zurechtzufinden", sagt Tinter.

René Ladurner, 30, IMP und Uni Wien

"Wenn ich Zellen am Mikroskop anschaue, bin ich fasziniert von der Präzision, mit der sich - ausgelöst durch einen unsichtbaren Impuls - ihre Chromosomen teilen", sagt René Ladurner. In seiner Dissertation erforscht er die Grundlagen der Chromosomenkohäsion, die Chromosomen vom Zeitpunkt der DNA-Replikation bis zu ihrer Teilung zusammenhält. "Zusammen mit Forschern auf allen Kontinenten ein neues Puzzleteil dieses Prozesses aufzuklären, ist unglaublich herausfordernd." Um die Funktion der beteiligten Proteine zu verstehen, arbeitet er daran, diese zu visualisieren. "Dieses Verständnis soll eines Tages zu einem gezielten medizinischen Nutzen führen, denn Zellteilung ist auch maßgeblich an der Entstehung von Krebs beteiligt."

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