Kopf im Bild

Das Molekül des Lebens

Uschi Sorz | aus HEUREKA 3/13 vom 26.06.2013

Wasser bedeckt über zwei Drittel der Erde und bildet den Grundstoff des Lebens. "Wenn man das Verhalten von Wasser bei tiefer Temperatur betrachtet, erlebt man eine Überraschung nach der anderen", schildert Chemiker Thomas Lörting von der Universität Innsbruck die Faszination für seinen Forschungsgegenstand. Im vergangenen Jahr konnte der Professor am Institut für Physikalische Chemie, der schon als Post-Doc im Labor des Nobelpreisträgers Mario J. Molina am MIT (USA) neue Theorien zur Quantifizierung des Ozonabbaus entwickelt hatte, eine jahrzehntelang diskutierte Fachfrage klären: Er wies nach, dass Wasser bei tiefen Temperaturen aus zwei unterschiedlich dichten Flüssigkeiten bestehen kann. Im März erhielt Lörting den Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis der deutschen Alexander-von-Humboldt-Stiftung. "Wasser ist ein Verwandlungskünstler", sagt der 40-Jährige, und die Neugier, was es noch alles könne, treibe ihn an. "Eis und Schnee sehen nur auf der Erde so aus, wie wir sie kennen. Im Weltall etwa gibt es glasiges Wasser oder Eiskristalle, die sich wie Metall verhalten und nicht bei null, sondern bei 2000 Grad schmelzen."

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige