Jungforscher

Für diese jungen Mathematiker bedeutete das Doktoratskolleg Computational Mathematics der Johannes-Kepler-Universität Linz ein Sprungbrett ins Ausland.

Uschi Sorz | aus HEUREKA 3/13 vom 26.06.2013

Clemens Raab, 29, zurzeit Deutsches Elektronen-Synchroton Zeuthen (BRD)

Beim Studium der Technischen Mathematik in Linz wählte Clemes Raab den Zweig "Mathematik in den Naturwissenschaften", weil ihn diese Interessenkombination schon früh begeistert hatte. Bis vor Kurzem forschte er am Linzer Doktoratskolleg Computational Mathematics an der Weiterentwicklung von Algorithmen zur symbolischen Integration. "Dabei geht es darum, Integrale mittels Methoden der Computeralgebra auszurechnen und eine exakte Formel statt eines numerischen Näherungswerts zu erhalten", erklärt Raab, dem der Doktortitel im September sub auspiciis verliehen wird. Jetzt arbeitet er an Präzisionsberechnungen aus der Quantenchromodynamik am Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) mit. Dabei kommen auch Algorithmen zum Einsatz, an denen er schon während seiner Dissertation gearbeitet hat.

Ismael Bleyer, 28, zurzeit Uni Helsinki (FIN)

"Es ist ein cooles Kolleg", beschreibt der Brasilianer Ismael Bleyer die Homebase seiner Doktorarbeit. Mit dem Bachelor in Mathematics and Scientific Computing und dem Master in Applied Mathematics in der Tasche hatte er seine südamerikanische Heimat Richtung Linz verlassen, um hier am Doktoratskolleg Computational Mathematics weiter an inversen Problemen zu forschen - einem schwierigen Thema mit großem Anwendungspotenzial. "Mein Fachgebiet ist populär in Österreich", erklärt Ismael Bleyer den Grund für seine Wahl. "Und auch meine ,Bibel', das Buch ,Regularization of Inverse Problems' kommt aus Linz." Besonders schätzt er den hohen Stellenwert, den das Doktoratskolleg Auslandsaufenthalten und Networking bei internationalen Tagungen beimisst. Seinen Thesis-Endspurt legt er beispielsweise gerade an der Uni Helsinki hin.

Stefan Takacs, 29, zurzeit Universität Oxford (UK)

Auch Stefan Takacs bezeichnet die internationale Ausrichtung des Linzer Doktoratskollegs als einen Pluspunkt. "Wir konnten bei Konferenzen vortragen und Auslandsaufenthalte wurden finanziert", sagt der Linzer, der während seines Doktoratsstudiums auch in Oxford, Trier und Chemnitz war. Vor einigen Monaten hat er seine Dissertation "Entwicklung von Mehrgitterverfahren zur schnellen Lösung von Optimalsteuerungsproblemen " abgeschlossen, nun forscht er im Rahmen einer FWF-Förderung in Oxford. "Ziel meiner Dissertation war, Mehrgitterverfahren für Optimalsteuerungsprobleme verfügbar zu machen." Er schätzt mathematischer Theorie und ihr Anwendungspotenzial.

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