Mathematik

Mathe für die Augenheilkunde und zur Analyse des Hörens von Tönen im menschlichen Ohr

Uschi Sorz | aus HEUREKA 3/13 vom 26.06.2013

Forscher oder Mediziner ertrinken in einer Masse an Daten. Es wird immer schwieriger, darin eine Struktur herzustellen, mit der sich effizient arbeiten lässt. Martin Ehler, der an Algorithmen zur Analyse riesiger Bild- und Datenmengen arbeitet, will Abhilfe schaffen. Er ist einer der zwei Mathematik-Jungstars, die im Rahmen des WWTF-Programms "Vienna Research Groups for Young Investigators" jeweils 1,5 Millionen Euro erhalten haben, um eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Im Herbst wird er damit an der Universität Wien beginnen.

"Wir wollen neue mathematische Methoden entwickeln, die physiologische Vorgänge objektiv quantifizieren", erklärt der gebürtige Deutsche. "Und zwar von den Grundlagen bis zur praktischen Anwendung."

Sein Gebiet, die angewandte harmonische Analyse, benutzt Methoden aus anderen Gebieten der Mathematik. "So wird mir nie langweilig", lächelt der 37-Jährige.

In Wien, das er von Forschungsaufenthalten gut kennt, wird er sich bei einer Kooperation mit dem Vienna Reading Center an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie auf die Analyse verschiedener Bilder der menschlichen Netzhaut konzentrieren.

"Hier können neue Algorithmen dazu beitragen, Augenkrankheiten besser zu verstehen und neue Behandlungsmethoden zu finden." Bei einer anderen Zusammenarbeit, nämlich mit dem Institut für Schallforschung, wird es um die Verarbeitung von Tönen im Ohr gehen.

Die Möglichkeit, mit Mathematik komplexe Dinge zu ordnen, hat Ehler bereits früh fasziniert. "Ich fand es immer schon toll, wenn sich etwa eine komplizierte Gleichung mit vielen Variablen am Ende zu einem einfachen Ausdruck umformen ließ."

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