Jungforscherinnen

Sie gehören zu den ersten 25 uni: docs, die ab Oktober im Rahmen des neuen Förderprogramms der Uni Wien an ihrer Dissertation arbeiten.

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/13 vom 16.10.2013

Clemens Rauer, 24, Chemie

Dass Plan A gelungen ist, freut Clemens Rauer sehr. Sprich, dass er jetzt nicht, wie als Plan B angedacht, im Ausland nach einer Doktorandenstelle suchen muss. In den nächsten drei Jahren wird sein Projekt nämlich durch das uni:docs-Programm an seiner Heimatuni gefördert. "Zudem werden mir durch die zusätzliche finanzielle Unterstützung Kooperationen auf internationalem Level ermöglicht. Gut, dass die Uni Wien dieses Stipendium geschaffen hat." Der junge Niederösterreicher, seit Schulzeiten chemieaffin, hat seine Masterarbeit über UV-Schäden in der DNA verfasst. An diesem Thema wird er nun weiterforschen: "Es geht um die theoretische Untersuchung UV-induzierter Dimerisierung von Bausteinen der DNA, die u. a. zu Krebs führen können. Das soll dazu beitragen, wirksame Behandlungsmethoden zu finden."

Tamara Radak, 26, Anglistik/Amerikanistik

"Zwar hat sich meine Begeisterung für Victorian Novels inzwischen zu späteren Epochen hin verlagert, aber interessiert haben mich die angloamerikanische Kultur und Literatur schon früh", sagt Tamara Radak. In ihrer Dissertation "No(n) Sense of an Ending? Time, Chaos and the Disruption of Teleology in Modernist Fiction" analysiert sie Romanabschlüsse und -enden in der Literatur der Moderne und frühen Postmoderne, etwa bei Joyce, Woolf oder Beckett. Dabei fasziniert sie besonders das "Schreiben trotz allem, gegen die Zeit":"Speziell in den Werken, die während oder nach dem Zweiten Weltkrieg verfasst wurden. In diesem Kontext finde ich das Thema Enden sehr bezeichnend, weil die oft experimentellen Lösungsvorschläge der Schreibenden die Problematik des Abschließens mit der Geschichte treffend auf den Punkt bringen."

Andrea Kahlbacher, 26, Ägyptologie

"Die meisten Dinge, die wir über die ägyptische Kultur wissen, stammen aus dem funerären Bereich", erklärt Andrea Kahlbacher, warum sie die funerären Darstellungen des Alten und Mittleren Reichs ins Zentrum ihres Forschungsprojekts gerückt hat. "Sowohl in der ägyptischen Kultur als auch in der Kunst spielt der Aspekt der Fortexistenz im Jenseits eine wesentliche Rolle." Ihre Arbeit soll zum besseren Verständnis der funerären Vorstellungen der Ägypter beitragen. Von der Ganzheitlichkeit ihres Studiums ist die Knittelfelderin bis heute angetan: "Von der Sprache, Kunst und Geschichte bis zur Archäologie samt Teilnahme an Ausgrabungen wurde nichts ausgelassen." Jetzt freut sich die Ägyptologin auf die kommende Herausforderung. "Es ist ein Privileg, ohne Geldsorgen eine Dissertation zu schreiben."

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