Editorial

Christian Zillner | aus HEUREKA 4/13 vom 16.10.2013

Ehre, wem Ehre gebührt - und in diesem Fall macht die Verehrung auch noch Spaß. Erich Klein, dessen Kolumne "Was am Ende bleibt" sowie dessen Auswahl von Lyrik - vom deutschen Schriftsteller Volker Demuth als "Artistik der Exklusion" apostrophiert - sich auf Seite 22 jeder Falter- Heureka-Ausgabe finden, hat als Erster in einem Jahr den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik zugleich mit dem Preis für Publizistik der Stadt Wien erhalten. Selbstverständlich machen solche Preise Texte gleich dreimal so gut, daher sind die von Klein in diesem Heft nun sechsmal so spannend.

Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. So bin ich mit der Aussage von Lukrez, den Klein für diese Ausgabe gewählt hat, "nichts kann je aus dem Nichts entstehen", überhaupt nicht einverstanden.

Alles, was bemerkenswert ist, stammt aus dem Nichts - nicht zuletzt unser gesamtes Universum. Lukrez' landläufige Vorstellung, wo was sei, müsse auch ein Same gewesen sein, mag ich geglaubt haben, als ich noch ein Waldbauernbub war, die moderne Kosmologie lehrt anderes. Natürlich kann ich es nicht verstehen, aber ich habe mich an dieses Phänomen des Nichtverstehens mittlerweile gewöhnt. So kommt mir vor, interessant sei überhaupt nur noch das, was ich nicht verstehen kann.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige