Medizin

Femtolaser Katarakt-Chirurgie: neue Hochpräzisions-Technologie gegen Grauen Star

Dieter Hönig | aus HEUREKA 4/13 vom 16.10.2013

Präziser als jedes Skalpell, zielsicherer als die ruhigste Chirurgenhand - so wird die Femtolaser Katarakt-Chirurgie beschrieben.

Mit dem neu entwickelten Femto-Sekundenlaser können die entscheidenden Eingriffe der Grauen-Star-Operation mit einer im Mikrometerbereich liegenden Präzision durchgeführt werden. Es erfolgt keine Hitzeeinwirkung wie sonst bei Lasern üblich.

Die hohe Energiedichte lässt im Gewebe statt Hitze Tausende kleiner Luftbläschen aus Wasser und Kohlendioxid entstehen, welche die betreffende Gewebeschicht sauber und an präzise vorherberechneten Stellen auseinander trennen -und das ohne Trauma und thermische Schädigung von Nachbargeweben.

Bei dem Eingriff öffnet der Laser mit Bruchteile von Sekunden dauernden Impulsen die Kapsel der Augenlinse auf äußerst gewebeschonende Art. Dieser für die Einbringung der Kunstlinse erforderliche Schritt kann damit auch genauer als mit herkömmlichen Methoden erfolgen.

"Auch die Zertrümmerung und Absaugung der trüben Linse geschieht effizienter und schonender als mit der bisher gängigen Methode", berichtet der Vorstand der Augenabteilung des AKH Linz, Siegfried Priglinger.

Denn durch die Zerstörung der trüben Linse mit dem Femto-Sekundenlaser kommt dem Ultraschall nur noch eine ergänzende Rolle zu. Eine hohe, die Hornhaut und andere Augenstrukturen gefährdende Ultraschallenergie wird nicht mehr benötigt.

Ein weiterer Vorteil: Auch der kurzfristig im Augeninneren ansteigende Intraokulardruck kann im Normalbereich gehalten werden.

Laut Priglinger ist diese Methode auch ideal für Patienten mit sehr stark eingetrübten Linsenkernen und fragilem Linsenhalteapparat.

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