ETHIK IN DER WISSENSCHAFT

ETHIK IN DER WISSENSCHAFT

Der Countdown zum Thema

SONJA BURGER | aus HEUREKA 5/13 vom 06.11.2013

58.000.000 Schweine wurden 2010 für die deutsche Fleischindustrie getötet. Zur Ethik der Mensch-Tier-Beziehung wird am Messerli-Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna geforscht.

10.000.000 Kunden verwenden die Plagiatssuchsoftware "Ephorus". Diese zählte bei einem Software-Test zu den Wirksamsten.

300.000 Psychologen sind in der Europäischen Föderation der Psychologenverbände repräsentiert und einem Meta-Code of Ethics verpflichtet.

50.000 Euro Geldstrafe können Hochschulen gemäß §63 Abs.5 im Hochschulgesetz von Nordrhein-Westfalen bei einem Plagiatsfall geltend machen.

5.000 wissenschaftliche Arbeiten werden im Schnitt pro Studienjahr an der Universität Wien auf Textgleichheiten überprüft.

3.000 Einträge umfasst die Globale Ethikwarte der UNESCO, die eine Sammlung von Online-Datenbanken zu Aspekten angewandter Ethik ist.

2007 fand die erste "World Conference on Research Integrity" in Lissabon statt. Verantwortung und Redlichkeit zählen zu den zentralen Prinzipien.

2005 verabschiedete die EU-Kommission die Europäische Charta für Forscher und den Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschern.

2001 beschloss die MedUni Wien ihre ersten verbindlichen Richtlinien zur "Good Scientific Practice".

1998 gründete die UNESCO die "Weltkommission für Ethik in Wissenschaft und Technologie", wo ethische Aspekte des technologischen Fortschritts thematisiert werden.

1964 verabschiedete der Weltärztebund die Deklaration von Helsinki zu ethischen Grundsätzen für die medizinische Forschung am Menschen.

1959 entwickelten William Russel und Rex Burch das 3R-Konzept ("Reduction, Refinement, Replacement") für die Durchführung von Tierversuchen.

1947 entstand der Nürnberger Ärztekodex im Zuge der Nürnberger Prozesse.

1876 sorgte der Historiker Theodor Mommsen für die Abschaffung der Promotion in absentia; verboten wurde sie in Deutschland im Jahr 1935.

1830 führte Charles Babbage mit Forging, Trimming und Cooking die erste Klassifikation wissenschaftlichen Betrugs ein.

1.000 nanotechnologische Konsumprodukte befinden sich derzeit schätzungsweise am Markt. Unter dem Namen QualityNano kümmert sich eine paneuropäische Forschungsinfrastruktur zur Beurteilung von Nanosicherheit.

300 bis 2.000 Euro kostet eine Genom-Analyse im Internet. Das erstellte genetische "Risikoprofil" wirft ethische Fragen auf.

80 Prozent der heimischen Tierversuche werden an Labormäusen durchgeführt. Das neue Tierversuchsgesetz (TVG 2012) soll den Tierschutz verbessern.

40 Jahre dauerte die "Tuskegee-Syphilis-Studie" mit rund 400 Afroamerikanern, die keine Möglichkeit einer informierten Einwilligung hatten.

36 unabhängige Experten beraten über ethische Fragen der Biowissenschaften im Internationalen Bioethik-Komitee der UNESCO.

31 Plagiatsverfahren gemäß §74 UG führte die Universität Wien in den Studienjahren 2005/2006 bis 2011/2012 durch.

21 Anfragen führten seit Bestehen der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität zu einem Verfahren. Die meisten Plagiatsverfahren stammen aus den Sozial-und Geisteswissenschaften und aus der Medizin.

12 ethische Prinzipien umfasst die "Declaration on Professional Ethics" des Internationalen Statistischen Instituts.

11 Jahre schon existiert die Neuroethik als eigener Forschungsbereich.

4 Grundprinzipien des Utilitarismus: Folgen, Nutzen, Sozialprinzip und Hedonistisches Prinzip prägen liberale Positionen zur Ethik.

3 Bereiche umfasst das akademische Ghostwriting: Datenbanken, Autoren, die Material immer wieder anders kombinieren und jene, welche die Arbeit neu schreiben.

1 heimische Universität mit flächendeckender Plagiatsprüfung für wissenschaftliche Arbeiten war die Universität Wien.

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