Meteo

Sonnenausbrüche werden von der Kanzelhöhe aus beobachtet, um sie besser zu verstehen

SONJA BURGER | aus HEUREKA 5/13 vom 06.11.2013

Das Team des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe für Sonnenund Umweltforschung hatte kürzlich einiges zu feiern. Sein siebzigähriges Bestehen war aber nur ein Grund. Im Oktober avancierte diese Außenstelle der Karl-Franzens-Universität Graz zur nationalen Vertretung im "International Space Environment Service" Netzwerk (ISES).

ISES ist ein internationales Netzwerk, dessen Schwerpunkt auf der Beobachtung und Vorhersage von Weltraumwetter, sprich den Veränderungen der physikalischen Bedingungen im erdnahen Weltraum, liegt. Ein Grund, weshalb die Kanzelhöhe aufgenommen wurde, sei laut Astrid Veronig, die das Sonnenobservatorium leitet, "die Kontinuität der Beobachtung und die hohe Datenqualität. Zentrales Anliegen ist, die Physik von Sonnenausbrüchen wie etwa Protuberanzen oder Flares besser zu verstehen."

Sonnenausbrüche werden durch Instabilitäten im Magnetfeld von Sonnenflecken ausgelöst und können sich auf die Funktionstüchtigkeit von Satelliten negativ auswirken.

Wann das Magnetfeld instabil werde, sei laut Veronig schwer vorhersagbar, aber nirgendwo sonst in Europa werde die Sonne sieben Tage pro Woche beobachtet und werden die Sonnenflecken täglich aufgezeichnet. Mit der Website weltraumwetter.at kommt das Sonnenobservatorium dem Auftrag nach, die Beobachtungsdaten und Vorhersagen des Weltraumwetters öffentlich zugänglich zu machen.

Gemeinsam mit dem Institute for Computer Graphics and Vision der TU Graz entwickelte man zuletzt im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) eine Methode zur automatischen Bilderkennung zur Detektion von Ausbrüchen auf der Sonne. Diese Echtzeit-Beobachtungsdaten sollen helfen, Sonnenausbrüche in Zukunft besser vorherzusagen.

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