Medizin

Speiseröhrenkrebs: "Stummer Reflux" ist gefährlich, belegt eine neue Studie aus dem Wiener AKH

DIETER HÖNIG | aus HEUREKA 5/13 vom 06.11.2013

Bei zwanzig bis dreißig Prozent der Menschen mit chronischem Sodbrennen entstehen Schleimhautveränderungen im Ausgang der Speiseröhre. Sie sind die Vorstufe einer besonders aggressiven Form von Speiseröhrenkrebs.

Diese krankhaften Veränderungen können auch ohne merkbare Symptome entstehen. Wie eine kürzlich am Wiener AKH durchgeführte Studie ergab, haben Menschen mit sogenanntem "stummem" Reflux ein besonders hohes Risiko.

"In über neunzig Prozent aller Reflux bedingten Krebserkrankungen der Speiseröhre haben Patienten zuvor weder merkbares Sodbrennen noch saures Aufstoßen. Der Tumor wird dann oft erst im fortgeschrittenen Stadium durch Schluckstörungen entdeckt", erklärt Martin Riegler, Leiter der Abteilung für chirurgische Funktionsdiagnostik am AKH Wien und Leiter des Reflux Medical-Diagnose-und Therapiezentrums in Wien.

Riegler empfiehlt daher eine gründliche Vorsorgeuntersuchung der Speiseröhre ab einem Alter von vierzig Jahren. In spezialisierten Zentren erfolgt die enorm wichtige Spiegelung der Speiseröhre. Bei verdächtigen Veränderungen können sofort Gewebeproben entnommen und beurteilt werden. So kann rechtzeitig eine Krebsvorstufe entdeckt und Gewebe vorsorglich entfernt werden.

"Eine von zehn Personen mit dieser Schleimhautveränderung kann in zwanzig Jahren einen Speiseröhrenkrebs bekommen", warnt Riegler. Diese Tumore wachsen besonders rasch, die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt nicht einmal zwanzig Prozent. "Treten einmal Schluckstörungen auf, ist es meist zu spät, da der Tumor schon zu groß ist. Das bedeutet letztlich Chemotherapie und ihre entsprechenden Folgen." Infos: www.refluxmedical.com Infos: www.refluxmedical.com

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