Jungforscherinnen

aus HEUREKA 5/13 vom 06.11.2013

In den nächsten drei Jahren werden sie im Rahmen einer uni: docs-Anstellung an der Uni Wien an ihrer Dissertation arbeiten:

Reinhard Ullrich, 36, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

"Eigentlich ist die Uni die einzige Institution, die ich richtig gut finde", schmunzelt Reinhard Ullrich. Entsprechend intensiv geht er seiner Freude am Lernen und Lehren dort nach. Nach drei Jahren technischer Physik und Chemie und einem fertigen Philosophiestudium legte der Wiener mit VWL nach und konzentrierte sich dabei schon früh auf mathematische Methoden. "Zu meinem heutigen Schwerpunkt, der Spieltheorie, bin ich über die Masterarbeit gekommen." So ist auch seine Dissertation innerhalb der angewandten Mathematik angesiedelt und bewegt sich an der Schnittstelle von Optimierung, Spieltheorie und dynamischen Systemen.

Nachdem er sich seine Studien zumeist mit Programmierjobs finanziert hat, freut sich Ullrich nun darüber, sich als uni:doc ungebremst der "Verbesserung evolutionär-stabiler Strategien in Partnership-Games" widmen zu können.

Sarah-Allegra Schönberger, 25, Katholisch-Theologische Fakultät

"Religionen sind entweder bewusst oder unbewusst ein treibender Faktor des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens", sagt Sarah-Allegra Schönberger. "Daher glaube ich, dass ich eine fremde Kultur nur wirklich verstehen kann, wenn ich ihre religiöse Prägung verstehe."

Spezialisiert hat sich die Religionswissenschafterin auf den Buddhismus, die ostasiatische Religionen und ihre Symbolik. In ihrer Dissertation "Vaiśravaṇa. Dämonischer Wächter und Herr der Reichtümer. Ikonographische Transformationen im Kulturtransfer zwischen Indien und dem sinojapanischen Raum" möchte die

Linzerin illustrieren, wie ikonographische Transformationsprozesse aussehen können und welche Rückschlüsse sie über Religion bzw. Veränderungen im Religionsgefüge und den Kontakt der darin eingebundenen Kulturen zulassen.

Markus P. Beham, 27, Rechtswissenschaftliche Fakultät

Markus Peter Beham hat Geschichte und Jus studiert und an der Abteilung Völkerrecht und Internationale Organisationen gearbeitet. Seine Dissertation gilt dem Völkergewohnheitsrecht . "Dabei geht es um die Möglichkeit von Staaten, sich ohne vertragliche Grundlage moralischen Verpflichtungen zu unterwerfen - etwa beim Schutz fremder Staatsbürger in anderen Ländern."

Das untersucht der Schärdinger am Beispiel von Menschenrechten und humanitären Interventionen, u. a. in Libyen oder im Kosovo. Seine Arbeit verfasst er als sogenannte co-tutuelle in Kooperation mit der Nanterre-Uni in Paris. Nächstes Jahr wird ihn ein Fulbright-Stipendium in die USA führen.

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