Freihandbibliothek

Buchtipps von Emily Walton

aus HEUREKA 5/13 vom 06.11.2013

Bildung als Schlüssel

Wie lassen sich Lebensstandard und Entwicklungsgrad eines Landes messen? Nicht zwangsläufig am Bruttosozialprodukt. Amartya Sen, der 1998 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem Buch mit Freiheit, Gleichheit und Solidarität im Zeitalter der Globalisierung auseinander. Er zeigt eine gespaltene Welt, in der die Kluft zwischen Turbokapitalismus und Verarmung immer größer wird. Den Schlüssel für eine gerechte Weltwirtschaft sieht der Autor in funktionierenden Bildungs-und Gesundheitssystemen.

Ökonomie für den Menschen: Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft

Amartya Sen. dtv. 432 S.

Schwierige Spende

Organtransplantationen können Leben retten - vorausgesetzt, es kommt rechtzeitig zu einem Eingriff. Aber: Die Wartelisten sind lang und die Bereitschaft der Einzelnen zu spenden hält sich in Grenzen. In "The Ethics of Transplants" geht Philosophin Janet Radcliffe Richards der Frage nach, welche moralischen Gedanken das Individuum bei der Spende lenken. Zudem betont sie die wichtige Rolle der Gesundheitspolitik. Ihre Kernbotschaft: Mehr Transparenz und Aufklärung in der öffentlichen Diskussion dieses Themas. Careless Thought Costs Lives: The Ethics of Transplants. Janet Radcliffe Richards. Oxford University Press. 304 S.

Jahrtausende alte Werte

Das menschliche Zusammenleben gelingt, da es von moralischen Prinzipien gelenkt wird. Doch wer entscheidet über Gut und Böse, Recht und Unrecht? Ist es die Religion, die uns leitet? Sind es einflussreiche Denker? Oder sind es vielmehr die Mitglieder der Gesellschaft selbst? Philip Kitcher untersucht, wie sich der soziale Wertekatalog durch gesellschaftliche Interaktion entwickelt und sich im Laufe von Jahrtausenden verfestigt hat. Philosophische wie auch sozialwissenschaftliche Gedanken prägen seine Theorie des "Pragmatischen Naturalismus". The Ethical Project. Philip Kitcher. Harvard University Press. 422 S

Moral und Hirnforschung

Lassen sich Moral und ethische Werte wissenschaftlich beschreiben? Vielerorts geht man nicht davon aus. Sam Harris legt mit seinem Buch "The Moral Landscape" eine Gegenposition dar: Er beschreibt das Zusammenspiel von ethischen Werten und kognitiven Fähigkeiten, lässt dabei neurowissenschaftliche und philosophische Ansätze einfließen. Darüber hinaus widmet Harris sich in seinem Buch dem Thema Religion und beschreibt, weshalb Werte, die ausschließlich in einzelnen Glaubensgemeinschaften bestehen, sich langfristig nicht durchsetzen können.

The Moral Landscape: How Science Can Determine Human Values Sam Harris. Free Press. 320 S.

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