Publikationen des Österreichischen Wissenschaftsrates aus jüngster Zeit

aus HEUREKA 6/13 vom 04.12.2013

Grundlagenforschung in Österreich

In diesem Band macht sich der Österreichische Wissenschaftsrat dafür stark, die Grundlagenforschung in Österreich nachhaltig zu fördern und dafür die notwendigen politischen Entscheidungen zu treffen. In der Stellungnahme wird die fundamentale Bedeutung der Grundlagenforschung für den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt hervorgehoben. Außerdem werden umsetzungsorientierte Überlegungen in institutioneller und finanzieller Hinsicht angestellt. Entscheidend für den Stellenwert der Grundlagenforschung sei, dass nur in der Grundlagenforschung, also im freien Spiel der Wissenschaft, das wirklich Neue geschieht.

Exzellenzentwicklung in der österreichischen Wissenschaft

Auf Ersuchen des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung hat der Österreichische Wissenschaftsrat in diesem Band folgende drei Fragen beantwortet: Was unter Exzellenz in der Forschung zu verstehen sei; wo in der österreichischen Forschung eine Exzellenzentwicklung bzw. Potenziale zu einer solchen erkennbar sei und wie eine derartige Entwicklung und entsprechende Potenziale gefördert werden könnten. Naturgemäß fallen die Antworten sachlich korrekt, aber politisch brisant aus, weil die entsprechende Förderung wissenschaftlicher Exzellenz den Staat eine Stange Geld kosten würde.

Medizinische Fakultät an der Johannes Kepler Universität Linz

Hier nimmt der Wissenschaftsrat Stellung zum Konzept der JKU Linz für eine Medizinfakultät. Das Konzept nenne als Grund dafür einen zusätzlichen Ausbildungsbedarf für Ärzte. In der Stellungnahme heißt es, dieser Ärztebedarf sei in Österreich nicht eindeutig nachgewiesen, außerdem fehlten in dem Konzept konkrete Maßnahmen, wie die Weiterbildung und die berufliche Tätigkeit von Ärzten an einem Klinikum attraktiver gestaltet werden sollen, um die Abwanderung in nicht kurative Medizinbereiche oder ins Ausland zu verhindern. Auch wird das Fehlen eines transparenten Finanzierungskonzepts bemängelt.

Fachhochschulen im österreichischen Hochschulsystem

Von 695 Studierenden im Jahr 1994 und zehn Fachrichtungen an den ersten Fachhochschulen (FH) entwickelte sich der Sektor zu 39.276 Studierenden in 372 Studiengängen im Wintersemester 2011/12. Mehr Männer als Frauen wählen eine Fachhochschulausbildung, bevorzugt in den Technik-und den Naturwissenschaften; weibliche Fachhochschulstudierende bevorzugen Studiengänge in den Wirtschafts-, Sozial-und den seit Kurzem etablierten Gesundheitswissenschaften. Der Bachelor ist der häufigste Abschluss. Der Eintritt ins Erwerbsleben gelingt Fachhochschulabsolventen etwas leichter als Universitätsabsolventen.

Empfehlungen zur Entwicklung der österreichischen Kunstuniversitäten

Für die heimischen Kunstunis bedeutete die Änderung ihres institutionellen Hochschulstatus, die 1998 in Kraft getreten war, neue Herausforderungen, die mit der Implementierung des UG 2002 noch einmal erheblich anstiegen. Mit seinen Analysen und Empfehlungen sucht der Wissenschaftsrat diese Herausforderungen näher zu identifizieren und Vorschläge zu machen, deren Befolgung geeignet ist, den Ruf, die Stellung und den Einfluss der österreichischen Kunstuniversitäten auch in Zukunft weltweit zur Geltung zu bringen. Unter den 21 staatlich finanzierten Universitäten Österreichs befinden sich sechs Kunstuniversitäten, unter diesen wiederum drei in Wien. Obwohl die bedeutendste davon, die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, weltweit eine der größten Institutionen ihrer Art ist, zählen alle sechs im Vergleich mit den wissenschaftlichen Universitäten zu den kleineren Institutionen. Die kleinsten, die Akademie der bildenden Künste Wien und die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, haben je knapp über 1000 Studierende.

Universität Österreich 2025

Mit dem Band "Universität Österreich 2025" legt der Österreichische Wissenschaftsrat seine Vorstellungen über eine gedeihliche Entwicklung des österreichischen Hochschulsystems vor. Der Bericht beruht auf der Rechtslage sowie der Fakten-und Datenlage im Herbst 2009. Einzelne statistische Daten stammen aus früheren Erhebungsperioden. Empfohlen wird ein übergreifendes hochschulpolitisches Entwicklungskonzept aus der übergeordneten Perspektive des österreichischen Wissenschaftssystems. Ein derartiges Gesamtkonzept könne nur in Abstimmung zwischen dem Staat und den Akteuren des Systems, zumal in dessen autonomen Teilen, entwickelt werden.

Governance und Partizipation

Hier analysiert der Österreichische Wissenschaftsrat rund zehn Jahre nach der Verabschiedung des Universitätsgesetzes 2002 die innere Verfasstheit der österreichischen Universität. Er behandelt die eng miteinander verknüpften Fragen nach den Governancestrukturen der autonomen Universität, der Ausgestaltung der Personalstrukturen einschließlich der wissenschaftlichen Karrierewege und der universitären Kommunikationsund Partizipationskultur. Ausgehend von der Feststellung, dass der durch das UG 2002 eingeschlagene Weg der richtige war, werden Möglichkeiten zu ihrer Weiterentwicklung diskutiert und entsprechende Empfehlungen dargelegt. Mit dieser Empfehlung versucht der Wissenschaftsrat, das Thema der Repräsentanz der Universitätsangehörigen in den notwendigen breiteren Sachzusammenhang zu stellen. Dies geschieht, indem die Governance der Universität mit ihren Personalstrukturen in Beziehung gesetzt wird und die institutionalisierten Formen der Mitwirkung an den universitären Entscheidungsprozessen in den größeren Kontext der Kommunikationskultur gestellt werden.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige