"Wir sind ein Anziehungspunkt für exzellente Wissenschafter"

aus HEUREKA 6/13 vom 04.12.2013

Thomas Henzinger, Präsident des ISTA in Klosterneuburg, wurde im Herbst 2013 als erst siebenter österreichischer Wissenschafter in die weltgrößte Wissenschaftergemeinde, die American Association for the Advancement of Science (AAAS), aufgenommen. Wir sprachen mit ihm über das Exzellenzmodel des ISTA.

Herr Henzinger, das ISTA befindet sich in einer Wachstums-phase. Welches ist Ihr Erfolgsrezept?

Thomas Henzinger: Unsere Grundsätze: Fokussierung auf Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, Unabhängigkeit von Politik und Wirtschaft in der Forschung, das internationale Arbeitsklima und unser Karriereentwicklungsmodell, Interdisziplinarität sowie die Verwertungsperspektive für Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung. Dazu der exzellent ausgestattete Campus und die nachhaltige Unterstützung von Bund, Land und Industrie.

Wie sieht Ihr Karriereentwicklungsmodell aus?

Henzinger: Zu gewährleisten, dass junge Forscher nicht vom Gutdünken eines Professors abhängig sind, sondern unabhängig forschen können. Kurz gesagt: Topwissenschafter mit dem auszustatten, was sie benötigen, um sie dann einfach in Ruhe arbeiten zu lassen.

Wie viele Forschungsgruppen sind derzeit tätig und woran forschen sie?

Henzinger: Mit November 2013 forschen 28 ProfessorInnen mit ihren Gruppen auf dem Campus, und zwar in den Feldern der Evolutionsbiologie, Computerwissenschaft, Zellbiologie und Biophysik, Hirnforschung, Mathematik und Physik. 14 ProfessorInnen wurden bislang mit Forschungsförderungsmitteln des European Research Council (ERC) ausgezeichnet.

Gelingt es Ihnen, Spitzenforscher in Österreich zu halten?

Henzinger: Es geht weniger darum, Menschen an einem bestimmten Ort zu halten, sondern einen Austausch von Ideen zu ermöglichen. Spitzenforschung ist per se global und damit transnational. Am ISTA sind mit November 2013 gut 360 Menschen aus 50 Nationen tätig. Wir sind ein Anziehungspunkt für exzellente WissenschafterInnen aus aller Welt.

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