Archäologie

Das Österreichische Archäologische Institut restauriert den Hadrianstempel in Ephesos

Uschi Sorz | aus HEUREKA 6/13 vom 04.12.2013

Heute ist zwar widerlegt, dass der Hadrianstempel Kaiser Hadrian gewidmet war, sein Name ist ihm aber geblieben. Das auffallend schöne Gebäude aus 117/118 n. Chr. wurde in den Fünfzigerjahren von österreichischen Archäologen entdeckt und wiederaufgebaut. Es ist eines der bekanntesten Monumente der antiken Metropole von Ephesos, wegen seines schlechten Erhaltungszustands aber derzeit nicht öffentlich zugänglich. Im September nahm das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) mit Unterstützung des J. M. Kaplan-Funds die dringend nötige Restaurierung in Angriff.

Beim Wiederaufbau Ende der Fünfzigerjahre hatte man überwiegend originale, erhaltene Bauteile und nur sparsam neue Materialien wie etwa Beton verwendet. Diese halten Witterungseinflüssen aber nicht stand. Ein weiteres Problem bei Rekonstruktionen ist, dass das bei antiken Gebäuden vorhandene Dach meist fehlt. Beim Hadrianstempel führte das zu massiven Schäden wie etwa der Korrosion der Eisenelemente, die seinerzeit zur Verbindung und Verstärkung der Marmorblöcke und als Bewehrungsstahl eingebracht wurden. Mittlerweile haben sich einzelne Eisenelemente fast völlig aufgelöst. Auch die Marmoroberfläche zersetzt sich.

"Häufig wird vergessen, dass ausgegrabene und wiedererrichtete Monumente permanente Wartung brauchen", sagt Sabine Ladstätter, Leiterin der Grabung Ephesos und Direktorin des ÖAI. "Man gräbt aus, man restauriert und dann überlässt man den Bestand der Zeit."

Das bedeute de facto eben auch den langsamen Verfall. "Ein restauratorisches Monitoring archäologischer Stätten ist daher ein dringendes Muss", so Ladstätter. Das umfassende Restaurierungsprojekt läuft noch bis Ende Juli 2014.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige