Jungforscherinnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 6/13 vom 04.12.2013

Sie zählen zum hochqualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchs, den der FWF im Rahmen von Doktoratskollegs fördert:

Elisabeth Janik, 28, Doktoratskolleg "Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe"

Elisabeth Janik hat in Bochum und Krakau Geschichte und Germanistik studiert. Bei einer Südamerikareise weckten die aktiven polnischen, deutschen und ukrainischen Communities in Buenos Aires und Rio de Janeiro ihr Interesse. Sie beschloss, die Auswanderungsströme aus Galizien zwischen 1860 und 1914 genauer zu untersuchen. "Aus kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive", erzählt die Doktorandin.

"Mir geht es um die Lebenswelten entlang dieser Route über die deutschen Hafenstädte nach Argentinien und Brasilien." Für ihre Dissertation sei das Wiener Doktoratskolleg Galizien der ideale Ort: "Die Expertise der Fakultät, der rege kollegiale Austausch und die Interdisziplinarität sind enorm motivierend und hilfreich."

Julian Kolm, 27, Vienna Graduate School of Eonomics

"Optimale Kapitalregulierung muss Schattenbanken einbeziehen, sonst können die Eigenkapitalvorschriften für Banken umgangen werden", fordert Julian Kolm. Den Anstoß, sich mit Verbriefungen und Schattenbanken zu beschäftigen, gab dem Volkswirtschaftler die Finanzkrise. "Wenn Kredite zu Wertpapieren gebündelt und verkauft werden, scheinen sie in der Bilanz einer Bank nicht mehr auf", erklärt er. "Das verringert ihre Haftung für Verluste und erhöht Risikoanreize." Finanzinstitutionen, die parallel zum üblichen Bankensektor Kredite gewähren, aber keine Einlagen annehmen, bezeichnet man als Schattenbanken. Wenn es normalen Banken möglich ist, ihre Geschäfte als Schattenbanken zu tätigen, kann das zu exzessivem Risikoverhalten führen. Diese Mechanismen und ihre fatalen Auswirkungen zeigt Kolms Arbeit auf.

Nadine Dörre, 27, Vienna Doctoral Program on Complex Quantum Systems

"Der Welle-Teilchen-Dualismus ist eines der grundlegenden und zugleich verblüffendsten Prinzipien der Quantenphysik", sagt Nadine Dörre. Und obwohl sich seine Gültigkeit nicht nur auf kleine Teilchen beschränkt, lässt sich der Welle-Teilchen-Dualismus an Alltagsobjekten nicht beobachten . "Es ist eine offene Frage, ob die Regeln der Quantenphysik für alle Größenordnungen gelten", sagt die Waldviertlerin über ihr Forschungsgebiet. "Durch Materiewelleninterferometrie mit immer größeren Molekülen erweitern wir sie Richtung Makrowelt." Gemeinsam mit anderen hat Dörre ein neues, weltweit einzigartiges Materiewelleninterferometer aus Licht für eine breite Klasse von Teilchen entwickelt. Damit arbeitet sie am Nachweis der Quantendelokalisation massiver Nanoteilchen.

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