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Molekulare Chronobiologie

Text: Uschi Sorz | aus HEUREKA 6/13 vom 04.12.2013

Das molekulare und zelluläre Uhrwerk im "Rhythmus des Lebens" steht im Zentrum der Arbeit von Kristin Teßmar-Raible an den Max F. Perutz Laboratories der Uni Wien. Ob ein Organismus von einer oder mehreren inneren Uhren gesteuert wird, erforscht die Neurobiologin, die heuer einen ERC Starting Grant erhalten hat, am Meeresringelwurm Platynereis dumerilii. Nun publizierte sie im Journal Cell Reports erste Hinweise, wie innere Mondund Sonnenuhren interagieren. "Diese Tiere nutzen Sonnenlicht zum Stellen ihrer 24-Stunden-Uhr und Mondlicht zum Stellen ihrer monatlichen Uhr", erklärt sie. "Beides ist Licht. Wie kommt es, dass sie dabei nicht durcheinanderkommen, welches Licht sie gerade wahrnehmen?" Völlig unbekannte Mechanismen aufklären zu können, nennt die Forscherin als eine ihrer Haupttriebfedern. "Endogene Rhythmen mit einer etwa monatlichen Periodenlänge tauchen auch bei manchen Säugern wie dem Menschen auf. Natürlich wissen wir nicht, ob das etwas mit den Mondrhythmen der Meerestiere zu tun hat. Aber wenn wir den grundsätzlichen Mechanismus für eine monatliche Uhr verstehen, können wir davon mit Sicherheit auch etwas für andere Organismen lernen."

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