Freihandbibliothek

Buchtipps von Emily Walton | aus HEUREKA 1/14 vom 02.04.2014

Freizügigkeit für alle

Wenn es um die Wahl des Sexualpartners geht, gelten - zumindest in der Tierwelt - Männchen als sexuell freizügig, Weibchen hingegen als wählerisch. Autor Tim Birkhead zeigt auf, dass dieser Ansatz zu überdenken ist. Beide Geschlechter sind promiskuitiv und haben gefinkelte Strategien, wenn es darum geht, den besten Vater/die beste Mutter für den Nachwuchs zu suchen. Ein gelungener Einblick in das Sexualverhalten der Tierwelt und zugleich ein Streifzug durch die Geschichte der Fortpflanzung.

Promiscuity: An Evolutionary History of Sperm Competition Tim Birkhead. Harvard University Press. 272 S.

Was lenkt den Sex?

Sexualtriebe sind biologische Prozesse. Aber bedeutet dies, dass sie nicht bewusst zu steuern sind? Richter Richard Posner untersucht das Paarungsverhalten aus unterschiedlichen Perspektiven und zieht Erkenntnisse aus den Bereichen Biologie, Recht, Wirtschaft, Religion und Geschichte heran. Er stellt die Motive der Individuen dem gesellschaftlichen Verhalten gegenüber und sucht nach Erklärungen für Masturbation, Sexorgien und auch Vergewaltigungen. Dabei behandelt er eine beeindruckende Zeitspanne von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Sex and Reason.

Richard Posner. Harvard University Press. 468 S.

Wozu Kinder zeugen?

Sind Menschen ohne Kinder schlechter? Diese provokante Frage lenkt das Buch des Autorenduos Taylor. Auf knapp 150 Seiten setzen sich Vater und Sohn mit der gesellschaftlichen Haltung zu Kindern auseinander und zeigen auf, wie die Politik versucht, die Familienplanung zu steuern. Zudem werden Dialoge über die biologische Uhr der Frau und Kinderziehung geführt. Als Beispiele werden primär Paare der Mittelschicht aus dem eigenen Bekanntenkreis herangezogen, somit ist das Buch nicht wissenschaftlich fundiert, aber durchaus aufschlussreich.

What are Children For? Matthew Taylor, Laurie Taylor, Short Books, 144 S.

Die Geschichte der Impotenz

Spätestens seit es das Mittel Viagra gibt, ist Impotenz für Männer kein Tabuthema mehr. Dabei prägt das Problem der männlichen (Im-)Potenz schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft. Autor Angus McLaren widmet sich der historischen Relevanz der Manneskraft und beschreibt, wie Potenzprobleme sich auf die Psyche, Beziehungen und das Umfeld auswirk(t)en. Das Buch ist gespickt mit interessanten Anekdoten, wie Männer in der Vergangenheit versuchten, ihre Potenz zu steigern -etwa, indem sie Wurzeln kauten oder Zaubersprüche rezitierten.

Impotence. Angus McLaren. University of Chicago Press. 332 S.

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