Biologie

Curry zur Krebsbekämpfung? Wiener Forscher haben eine Methode dazu entwickelt

JOCHEN STADLER | aus HEUREKA 1/14 vom 02.04.2014

Statt zum Kochen von fernöstlichen Gerichten verwenden Wiener Forscher Curry, um Krebs zu bekämpfen. Sie verpacken einen seiner Wirkstoffe, nämlich Curcumin, in winzige Fettteilchen, die von einer Membran umschlossen sind. So gelangt er besser in Krebszellen und kann diese unschädlich machen, berichteten sie vor Kurzem in der Fachzeitschrift Journal of Nanobiotechnology.

Curcumin wird aus einer Pflanze namens Gelbwurz gewonnen -unter Köchen als "Kurkuma" wohlbekannt. Doch nun schätzen auch Mediziner den Stoff, weil er Krebszellen hindert, ungehemmt zu wachsen, sich im Körper auszubreiten und Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden, erklären Uwe Sleytr und Mehmet Ücisik vom Department für Nanobiotechnologie der Universität für Bodenkultur in Wien.

Curcumin kann nämlich bestimmte Signalwege in den Zellen blockieren und die bösartigen Zellen sogar zur Selbstaufgabe treiben. Auf gesunde Zellen habe es jedoch keinen schädlichen Einfluss.

Allerdings ist reines Curcumin normalerweise im Körper kaum wirksam. "Der Stoff ist nämlich nicht gut bioverfügbar, weil er sich extrem schlecht in Wasser löst", sagt Ücisik. Deshalb waren die medizinischen Anwendungen des gelben Wirkstoffs bis jetzt stark eingeschränkt. "Wir konnten die Löslichkeit aber um das Zehntausendfache erhöhen, indem wir Curcumin in winzige Fettpartikelchen mit einer Membran rundherum verpackten."

Die Forscher zeigen in dem Fachartikel, dass ihre "CurcuEmulsomen" zum Beispiel rasch von Leberkrebszellen aufgenommen werden. Noch dazu wird der Wirkstoff über längere Zeit aus den Nanopartikeln abgegeben, weil sich deren Fettkerne nur schrittweise auflösen. Daher müsste man solch eine Nanotech-Medizin nicht täglich zu sich nehmen.

"Wir konnten die Löslichkeit von Curcumin um das Zehntausendfache erhöhen." Mehmet U cisik, BOKU Wien

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