Gastkommentar

Das sollte doch möglich sein!

HEINZ W. ENGL | aus HEUREKA 2/14 vom 28.05.2014

Zwei Prozent des BIP für tertiäre Bildung, weitere Investitionen in Forschung: Ziele, die sich die Bundesregierung selbst gesetzt hat, wohl im Wissen, dass ihr zügiges Erreichen entscheidend ist für die technologische und soziale Innovationsfähigkeit Österreichs. Auch "Innovation Leader" sollen wir werden. Entscheidend dafür ist nicht "nur" das Umsetzen von Forschungsergebnissen, sondern international konkurrenzfähige Grundlagenforschung. Daraus stammen letztlich Innovationen.

Man braucht dafür einen langen Atem und Kontinuität in der Politik und bei der Finanzierung. Bis Ende 2014 ist das Budget für den Unisektor für 2016 bis 2018 festzulegen, anschließend werden die Leistungen und Budgets der einzelnen Unibudgets vereinbart. Dieser Mechanismus bringt Planbarkeit und Verlässlichkeit, was wichtig ist, um SpitzenwissenschafterInnen in Österreich zu halten oder hierher zu berufen. Vieles ist der Universität Wien in den letzten Jahren gelungen, wir haben in zahlreichen Forschungsbereichen zur Weltklasse weiter aufgeschlossen. Schon das Halten dieses Niveaus erfordert weitere Investitionen, insbesondere in Geräteinfrastruktur und Gebäude.

Hier kommt wieder das 2-Prozent-Ziel ins Spiel, von dem wir derzeit weit entfernt sind. Dies wirkt sich nicht nur auf unsere Attraktivität für WissenschafterInnen aus, sondern immer stärker auch auf die Betreuungskapazitäten für unsere Studierenden. An der Universität Wien gibt es auch schon Engpässe in den laborintensiven Naturwissenschaften aufgrund des Erfolgs, mehr Studierende für diese Fächer zu gewinnen. Auch die angestrebte Qualitätsverbesserung in der LehrerInnenausbildung wird Geld kosten: bessere Betreuung erfordert mehr Personal, mehr Räume, mehr Laborplätze.

Ich begrüße den offenen Hochschulzugang, aber man muss ihn auch finanzieren; die "Studienplatzfinanzierung" wurde eben auf 2019 verschoben!

Zu den früheren Vergleichen mit den Unis in München und Zürich ein neues Beispiel: Die traditionsreichste schwedische Universität (Uppsala) verfügt über ein um 20 Prozent höheres Budget als die Uni Wien -bei weniger als der Hälfte an Studierenden. In Kooperation mit dem Karolinska Institut und der KTH kann auch in ein Life-Science-Zentrum für biowissenschaftliche und medizinische Forschung investiert werden, das internationale SpitzenforscherInnen und Firmen anzieht. Das sollte auch in Österreich möglich sein.

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