Anthropologie

Je älter der Vater bei der Zeugung ist, desto unansehnlicher können seine Kinder werden

JOCHEN STADLER | aus HEUREKA 2/14 vom 28.05.2014

Es klingt wie ein Vorurteil älteren Männern gegenüber, doch Wiener Forscher fanden heraus, dass das Antlitz von Jugendlichen desto weniger attraktiv erscheint, je älter ihre Väter bei der Zeugung waren. Daran seien vermutlich Mutationen schuld, die sich mit den Jahren in den Spermien ansammeln, berichteten sie im Fachblatt Evolution and Human Behavior. Das Alter der Mütter sei egal.

Seit etwa zwei Jahren kristallisiere sich heraus, dass Kinder von ältlichen Vätern eher an Epilepsie und Schizophrenie leiden, vermehrt zu Fettleibigkeit neigen und im Schnitt weniger intelligent sind, erklärten Susanne Huber und Martin Fieder von der Universität Wien. Auch um ihre Schönheit sei es nicht gut bestellt.

Sie untersuchten, ob die Attraktivität von Jugendlichen eines US-amerikanischen College-Abschlussjahrgangs und das Alter ihrer Eltern zusammenhängen. Dazu verwendeten sie die Daten der "Wisconsin Longitudinal Study", für die zwölf Juroren die Gesichter von über zehntausend Burschen und Mädchen bewertet hatten.

Sie fanden heraus, dass sich fortschreitendes Alter der Väter schlecht auf das Aussehen ihrer Söhne und Töchter auswirkt. "Wenn sie jeweils zwanzig Jahre älter sind, sind ihre Kinder um fünf bis zehn Prozent weniger attraktiv", sagt Fieder. Diese Zahlen würden sehr gut mit den beobachteten Mutationsraten in Spermien korrelieren.

Mutationen häufen sich in Spermien, weil sich diese ein ganzes Männerleben lang vermehren, wobei stets Fehler passieren können. "Etwa 15 Prozent der Attraktivität eines Jugendlichen sind wahrscheinlich von dieser Mutationsrate bedingt", meint Fieder. Bei den Frauen seien sämtliche Eizellen schon bei der Geburt angelegt. Deshalb haben alte Mütter genauso hübsche Kinder wie junge.

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