Medizin

Ein neues Gerät macht höchste Präzision bei Gelenksspiegelungen und eine raschere Genesung möglich

DIETER HÖNIG | aus HEUREKA 2/14 vom 28.05.2014

Wenn du es nicht gut siehst, kannst du es nicht behandeln. Darin sind sich Orthopäden einig. Die Spiegelung (Arthroskopie) gilt als besonders schonende Behandlungsmethode, um Strukturen im Knie-, Schulter-oder Sprunggelenk zu untersuchen und Verletzungen zu sanieren. Im Gegensatz zur offenen OP wird durch einen kleinen Hautschnitt ein Arthroskop (ähnlich einer Minikamera) in einen Gelenkraum eingeführt, um das Ausmaß der Schädigung zu zeigen. Die Qualität des Kamerabildes ist letztlich für die Treffsicherheit von Diagnose und Behandlung entscheidend.

Ein neues, in den USA entwickeltes High-Tech-Instrumentarium stellt jetzt einen Meilenstein für die Präzision dieser Behandlungsmethode dar. Der Arthroskopie-Manager, genannt "Synergy System", verfügt über eine echte 1080p HD-Auflösung, eine LED-Lichtquelle und eine sanfte High-Tech-Pumpe, die zusammen das OP-Gebiet besser sichtbar machen. "Vergleichbar mit dem Wechsel vom Schwarz-Weiß-Fernseher zum HD-Gerät", wie Thomas Müllner, Orthopädievorstand am Evangelischen Krankenhaus Wien, erklärt.

Höchste Bildauflösung und besser steuerbare Pumpe ermöglichen es, das Legen von Bohrkanälen oder Verankerungen noch genauer zu setzen. "Das macht Operations-und Narkosezeiten kürzer und beugt auch Komplikationen vor." Auch bei Verdrehungen und Luxationen oder bei Rissen der Schulter-Rotatorenmanschette lasse sich erstmals eine exakte Wiederherstellung der Gelenksstrukturen sowie eine bessere Fixierung erzielen. "Das neue System ermöglicht bei schwereren Verletzungen eine genaue innere Schiene, die Einschienung von außen ersetzt. Patienten können so früher wieder mit Alltagstätigkeiten und mit Sport beginnen", erklärt Müllner.

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