Medizin

Jede dritte Frau leidet an einer "schwachen Blase". Nun ist das Leiden behandelund heilbar

DIETER HÖNIG | aus HEUREKA 3/14 vom 25.06.2014

Die 54-jährige Monika R. quält seit der Geburt ihres dritten Kindes vor 17 Jahren eine "schwache Blase. Es hat sich zwar gebessert, allerdings muss ich bei meinem Lieblingssport Tennis nach wie vor Einlagen tragen." Noch schlimmer ergeht es ihr beim Husten und Lachen. Ihr Frauenarzt überwies sie zu einer speziell geschulten Physiotherapeutin.

"Nach nur drei Wochen Training hatte ich eine wesentlich bessere Kontrolle über meinen Beckenbodenmuskel und fühle mich seither auch sicherer." Notfalls gibt es auch eine OP-Technik namens "Suburethrale synthetische Schlinge". Dabei wird die Harnröhre durch ein Kunststoffband unterstützt.

"Alle unsere Patientinnen haben eine Belastungsinkontinenz. Sie verlieren beim Husten, Lachen, Niesen, oder auch beim Heben tröpfchenweise Harn", erklärt Wolfgang Umek, Urogynäkologe an der MedUni Wien. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit "Proteomics" aus dem Harn.

Durch proteomische Analysen kann auf die Art eines Eiweißes und individuelle Gen-Expressionsmuster geschlossen werden. "Daraus können wir Zusammenhänge mit zugrundeliegenden Erkrankungen erforschen: Wir analysieren das Eiweißmuster im Harn von Patientinnen mit Belastungsinkontinenz oder überaktiver Blase", erklärt Umek.

Beide Arten der Inkontinenz kommen bei fast dreißig Prozent aller Frauen zumindest vorübergehend vor. Sie sind heilbar. Ergebnisse der Arbeit von Umek und seinem Forscherteam werden im Juni bei der Jahrestagung der "Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe" in Eisenstadt sowie beim "Annual Meeting of the International Urogynecologic Association" in Washington und der "International Continence Society" in Rio vorgestellt.

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