JungforscherInnen

USCHI SORZ | aus HEUREKA 3/14 vom 25.06.2014

Diese DoktorandInnen der Wiener Uni wurden von Bundespräsident Heinz Fischer im Rahmen einer "Promotio sub auspiciis"* geehrt:

Caterina Grasl, 32, Anglistik und Amerikanistik

Ausgebildete Hafnerin und Fliesenlegerin, promovierte Anglistin und Amerikanistin, Mutter von zwei Söhnen und jetzt auf der Suche nach einem Habilitationsthema: Das ist in groben Zügen Caterina Grasls bisheriger Weg. Sie hatte sich schon in der AHS-Unterstufe vorgenommen, "sub auspiciis zu schaffen", und ist nun "schon ein bisschen stolz. Nur schade, dass diese Ehre kaum Einfluss auf meine berufliche Zukunft haben wird." Ihr Vertrag als Assistentin an der Wiener Uni läuft 2015 aus. Für ihre Dissertation befasste sie sich mit der Darstellung der viktorianischen Zeit in der englischen Unterhaltungsliteratur des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts und gab anhand von 70 Romanen einen Überblick über das sich wandelnde Bild dieser Epoche.

Claus Jurman, 34, Ägyptologie und Klassische Archäologie

Auch Claus Jurman meint, dass sich die Sub-auspiciis-Promotion auf seine Berufslaufbahn nicht wesentlich auswirken werde, freut sich aber über die Anerkennung. Seine Dissertation schrieb der Ägyptologe über "Memphis in der Dritten Zwischenzeit"."Obwohl man Altägypten schon über hundert Jahre intensiv erforscht, gibt es immer noch Wissenslücken", weiß der ÖAW-Mitarbeiter und Lehrbeauftragte an der Wiener Uni. Das gelte besonders für die Dritte Zwischenzeit. "Das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen auf engem Raum führte nicht nur zu Akkulturationsprozessen, sondern auch zu kulturellen Interferenzerscheinungen und Identitätskonflikten", so Jurman, für den sein Fach "eine der wenigen Disziplinen ist, die eine Kultur in ihrer Gesamtheit betrachten".

Patrick Otto Ludl, 29, Physik

Während die Heureka-Leser diesen Satz lesen, durchqueren Abermilliarden Neutrinos ihre Körper. "Keine Sorge, die schaden nicht", beruhigt Teilchenphysiker Patrick Ludl. Die extrem leichten und schwach wechselwirkenden Elementarteilchen aus der Gruppe der Leptonen wurden 1930 vom Österreicher Wolfgang Pauli postuliert, um das Energiespektrum des Betazerfalls zu erklären. Experimentell bestätigt wurden Neutrinooszillationen erst vor zwei Jahrzehnten. Ludls Arbeit, für die er den Hans-Thirring-Preis der Fakultät für Physik erhielt, beschäftigte sich mit zwei offenen Fragen: "Warum sind die Neutrinomassen viel kleiner als die der geladenen Leptonen? Und warum ist die Mischung bei Leptonen so anders als bei Quarks?" Die Sub-auspiciis-Promotion sieht er als Verpflichtung, sich "dieser tollen Auszeichnung als würdig zu erweisen". Mehr zu den JungforscherInnen auf www.falter.at/heureka

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