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Buchtipps von Emily Walton

Emily Walton | aus HEUREKA 4/14 vom 22.10.2014

Ein Amerikaner blickt zurück

Der Journalist Michael Meyer leitete 1989 das Newsweek-Büro Osteuropa und erlebte den Zusammenbruch des Kommunismus vor Ort. Zwischen 1988 und 1992 führte er Interviews mit politischen Größen wie Vaclav Hável und Lech Walesa. In seinem Buch blickt er auf diese Zeit zurück, beschreibt etwa die Rolle der Gewerkschaft Solidarnosc, das Paneuropäische Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze und den Fall der Berliner Mauer. Dabei geht er auch auf Rolle Amerikas bei diesen geschichtlichen Ereignissen ein.

The Year that Changed the World: The Untold Story Behind the Fall of the Berlin Wall. Von Michael Meyer. Scribner, 272 S.

Klassiker eines Kenners

Der Historiker Timothy Garton Ash beschreibt das Geschehen in Osteuropa im Jahr 1989 aus erster Hand. Auf 69 Seiten unternimmt er mit den Lesern eine (Zeit-)Reise: nach Polen, Ungarn, in die DDR und in die Tschechoslowakei. In griffiger Sprache schildert er etwa seinen Aufenthalt in Warschau zum Zeitpunkt der ersten freien Wahlen am 4. Juni 1989 und seine Erfahrungen in Prag, wo er Zeitzeuge der Samtenen Revolution wurde. Im Herbst 2014 wird dieses Werk in Auszügen im Kindle-Format neu aufgelegt.

The Magic Lantern: The Revolution of '89 Witnessed in Warsaw, Budapest, Berlin and Prague. Von Timothy Garton Ash. Vintage Books, 169 S.

Der Abend vor dem Fall

Wie war das damals wirklich, als am 9. November 1989 mehrere tausend Menschen die Grenzübergänge stürmten - nachdem Günter Schabowski, Mitglied im Politbüro der DDR-Staatspartei, am Abend in einer Pressekonferenz versehentlich die neue Reiseregelung verkündet hatte? Die Historikerin Mary Elise Sarotte beschreibt den Vorabend (und die Vorwochen) des Falls der Berliner Mauer, streift dabei die Schauplätze Budapest, Prag, Dresden und natürlich auch Berlin. Obwohl sich das Buch wie ein Roman liest, handelt es sich um echte Figuren und Schicksale.

The Collapse: The Accidental Opening of the Berlin Wall. Von Mary Elise Sarotte. Basic Books, 320 S.

Politik prägt die Psyche

Die mittlere DDR-Generation - wie geht es ihr heute? Die Frage richtet sich an jene Menschen, die in den Sechzigerjahren im System Honecker herangewachsen sind und denen plötzlich, nämlich durch den Fall der Berliner Mauer im November 1989, die Welt offenstand. Wie sind sie damit umgegangen? Wie hat die DDR-Kindheit ihr erwachsenes Handeln geprägt? Und: Sind die heute 50-Jährigen eine glückliche Generation? Ines Geipel, Schriftstellerin und Universitätsprofessorin, geht diesen Fragen nach und erforscht das Lebensgefühl ihrer Altersgenossen.

Generation Mauer: Ein Porträt. Von Ines Geipel. Klett Cotta Verlag, 275 S.

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