Logik

Durchblick durch riesige Datenmengen

Big Data bringt auch eine neue Wissenschaft hervor: Visualisierung am Computer, das Analyse-Tool der Zukunft

Claudia Stieglecker | aus HEUREKA 4/14 vom 22.10.2014

Die Grafik wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Ein zweidimensionales Koordinatensystem, viele graue, ein paar orangefarbene Punkte. Die vermeintlich schlichte Abbildung hat es in sich: Sie wurde aus einer Unmenge medizinischer Untersuchungsdaten mithilfe von Visualiserungstechniken aus der Computergrafik generiert.

"Visualisierung wird immer wichtiger für die Analyse großer Datenmengen", sagt Helwig Hauser. Der Wiener leitet seit sieben Jahren die Forschungsgruppe Visualisierung am Institut für Informatik der Universität Bergen in Norwegen. "Wir leben in einer Welt, in der Daten im Überfluss vorhanden sind, die verfügbare Datenmenge wächst exponentiell. Unsere Möglichkeiten, diese zu verstehen, entwickeln sich allerdings nicht so schnell weiter." Ob Messungen aus der Biologie, Forschungen aus der Medizin, Berechnungen aus der Astronomie - die in den unterschiedlichen Wissensgebieten gesammelten Daten werden nicht nur immer mehr, sondern gleichzeitig auch immer komplexer. Visualisierung hilft, den Informationsgehalt von Daten durch grafische Darstellungen erkennbar zu machen.

So werden durch ein paar graue und orangene Punkte überraschende Zusammenhänge sichtbar, die sonst nicht zu erkennen gewesen wären. Oft ließen sich dadurch neue Hypothesen ableiten, meint Hauser. "Traditionell steht eine Hypothese am Anfang des Forschungsprozesses, die in weiterer Folge geprüft wird. Heutzutage beginnt man oft mit dem Studium der Daten."

Helwig Hauser und seine Forschungsgruppe in Bergen sind bei diesem Thema bereits ein paar Schritte weiter. Aktuell beschäftigen sie sich mit der dynamischen Visualisierung zur Darstellung physiologischer Prozesse: "Visualisierung verändert, wie Forschung gemacht wird."

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige