Medizin

Sodbrennen? Ein kleiner chirurgischer Eingriff kann laut einer EU-Studie Abhilfe schaffen

Dieter Hönig | aus HEUREKA 4/14 vom 22.10.2014

Patienten, die unter der Reflux- Krankheit leiden, kann mit sogenannten Protonenpumpen-Hemmern geholfen werden, die allerdings in 30 bis 40 Prozent der Fälle nach ein bis zwei Jahren ihre Wirksamkeit verlieren. Die Fundoplikatio-Operation galt bisher als einzige Alternative, um bei der Grunderkrankung, dem ausgeleierten Anti-Reflux-Ventil, anzusetzen.

Eine jüngst publizierte europäische Multicenter-Studie unter führender Beteiligung des Wiener AKH bestätigt nun einem kleineren Eingriff ebenso gute Wirksamkeit. Dabei wird der sogenannte LINX-Ring, eine kleine Kette aus magnetischen Titanperlen, um den Ausgang der Speiseröhre gelegt. Eingriffszeit und Spitalsaufenthalt sind kürzer, die Genesung verläuft rascher, und Schonkost ist auch nicht mehr nötig.

"Die neue EU-Studie umfasst die Ein-Jahres-Ergebnisse nach 202 LINX-Eingriffen. Sie ist die größte publizierte Serie über die Wirksamkeit dieser neuen Methode", berichtet der Chirurg und Studien-Erstautor Martin Riegler vom Reflux Medical-Zentrum Wien. 82 Prozent der Patienten benötigten nach dem Eingriff keine Medikamente mehr, und nur weniger als zehn Prozent hatten Nebenwirkungen wie Völlegefühl, Flatulenzen oder Schwierigkeiten beim Aufstoßen oder Erbrechen.

"Allerdings muss zuvor abgeklärt werden, ob jemand für diesen Eingriff geeignet ist", erklärt Co-Autor und Speiseröhren-Chirurg Sebastian Schoppmann von der MedUni Wien. "Die LINX-OP sollte nur bei einem Zwerchfellbruch, der kleiner als drei Zentimeter ist, ohne Barrett-Syndrom und bei normaler Transportfunktion der Speiseröhre durchgeführt werden." Im fortgeschrittenen Stadium der Reflux-Krankheit mit großem Zwerchfellbruch und Barrett-Ösophagus empfehlen die Experten Riegler und Schoppmann weiterhin die bisherige OP-Methode.

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