JungforscherInnen

Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/14 vom 22.10.2014

Die vielen Seiten der Regelungstechnik zeigen Dissertanten am Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik (ACIN) der Fakultät für Elektrotechnik der TU Wien.

Mathias Blank, 30

Lästig, wenn's im Lautsprecher kracht. Elektronische Alltagsgegenstände können einander unangenehm beeinflussen. Im Zuge seiner Dissertation hat Mathias Blank eine selbst adaptierende digitale Steuerung entwickelt, die weniger elektrische Störungen auslöst. In den Leistungshalbleiter, einen kleinen Chip, eingebaut, verhindert sie die Beeinträchtigung externer Geräte. Das brachte dem Vorarlberger nun eine Auszeichnung des ACIN-Kooperationspartners Infineon ein. "Als Kind fielen meinem Forscherdrang ja öfters Haushaltsgeräte meiner Eltern zum Opfer", sagt er. Seiner Technikbegeisterung hat das keinen Abbruch getan. "Das Schöne an einer Dissertation ist, dass man auch unkonventionelle Methoden einsetzen kann. Und umso besser natürlich, wenn diese auch praktisch funktionieren."

Katrin Speicher, 28

"Mich begeistert, was Technik alles möglich macht", sagt Katrin Speicher. "Man denke etwa an Flugzeuge." Immer habe sie auch interessiert, wie und warum die Dinge funktionieren. "Deshalb habe ich Mechatronik studiert und mich für eine Promotion entschieden." Jetzt forscht sie an der TU zur Temperaturentwicklung von Grobblechen bei der Herstellung. Auf das Thema kam sie, weil ACIN-Industriepartner Dillinger Hütte ein Werk in der Nähe ihres deutschen Heimatorts betreibt. "So ist Stahl in mein Blickfeld gerückt." Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieses Werkstoffs faszinieren sie. "Die komplexe Produktion von Blechen vereint Extreme: riesige Walzkräfte, höchste Genauigkeit in der Geometrie, enorme Temperaturen und Tonnen an Gewicht."

Stefan Flixeder, 29

Mit der Technik ist der Handwerkersohn Stefan Flixeder quasi aufgewachsen. "Aber nach der HTL war mein Interesse für technische Naturwissenschaften erst so richtig geweckt", erinnert sich der Oberösterreicher. Mittlerweile befasst er sich für seine Dissertation an der Fakultät für Elektrotechnik damit, wie man mithilfe modellbasierter Regelungstechnik die automatisierte Handhabung biegeschlaffer Materialien optimieren könnte. Das sind z. B. Textilien, Folien oder Carbongewebe, die auch beim Flugzeug-oder Automobilbau zum Einsatz kommen. Dabei forscht er im Rahmen des Festo Systemlabors, einer Kooperation seines Instituts mit der Firma Festo AG. "Es ist sehr spannend, im wissenschaftlichen Umfeld der TU in enger Zusammenarbeit mit der Industrie reale Problemstellungen zu behandeln", so Flixeder.

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