Kopf im Bild

Naturgewalten verstehen

Text: Uschi Sorz | aus HEUREKA 4/14 vom 22.10.2014

Bereits seit 22 Jahren repräsentiert Wolfgang Lenhardt, Leiter der Abteilung Geophysik des ZAMG, Österreich in der Europäischen Seismologischen Kommission (ESC). Als er Ende August auf der Generalversammlung in Istanbul zu ihrem neuen Präsidenten gewählt wurde, war er dennoch überrascht. "Wegen der Hitze hatte ich nicht einmal formelle Kleidung zur Tagung mitgenommen", schmunzelt der Erdbebenforscher. Er ist der erste Österreicher in diesem Amt. "Die ESC hat von Beginn an grenzüberschreitend gearbeitet. Allen war bewusst, dass man Erdbeben nur gemeinsam erforschen kann." Aus eigener Anschauung weiß er, wie es im Erdinneren in mehreren Kilometern Tiefe aussieht und welchen Einfluss der Mensch auf die Stabilität der Erdkruste hat. "Die Ursachen sind bei Erdbeben ein wichtiger Punkt." Nicht immer seien diese tektonischer Art, auch Atomtests oder Tiefenbohrungen können Auslöser sein. Um die Auswirkungen von Beben präzise einschätzen zu können, sei der Datenverbund aller Länder nötig, so Lenhardt. "Hierzu möchte ich nun verstärkt beitragen."

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