JungforscherInnen

USCHI SORZ | aus HEUREKA 5/14 vom 05.11.2014

Mit dem uni: docs-Programm fördert die Universität Wien besonders innovative Doktoratsprojekte. Drei der neuen uni:docs-Fellows stellen wir hier vor.

Bettina Ponleitner, 30, Mathematik

"Die Robotik ist ein sehr komplexes Gebiet mit stark interdisziplinärem Charakter", beschreibt Bettina Ponleitner. Und genau das ist für die Mathematikerin und Sportwissenschafterin das Spannende daran. Denn das Fach beschäftigt sich mit Fragestellungen aus dem realen Leben, deren Lösungen tatsächlich Anwendung finden, etwa bei Industrierobotern. "Mich hat immer schon die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis weit mehr interessiert als die reine Theorie", erklärt die Niederösterreicherin. "Daher liegt mein Forschungsschwerpunkt in der angewandten Mathematik." In ihrer Dissertation "Global Optimization in Robotics" konzentriert sie sich auf die mechanische Architektur von parallelen Robotern und dabei speziell auf geometrische und kinematische Problemstellungen.

Martin Walter, 23, Umweltgeowissenschaften

In der Vöcklabrucker Gegend, aus der Martin Walter stammt, gab es früher Asbestindustrie. Wegen der Gesundheitsgefahr ist der Einsatz asbesthaltiger Materialien längst verboten, nach wie vor gibt es aber ein Entsorgungsproblem. Walter untersucht in seiner Doktorarbeit die Mechanismen der Asbestverwitterung. "Meine wichtigste Hypothese ist, dass Asbestfasern in Böden durch Verwitterungsvorgänge abgebaut werden und ihr Gefährdungspotenzial für Menschen so sukzessive sinkt." Dabei konzentriert er sich auf natürlich vorkommende Substanzen, die von Pflanzen und Mikroorganismen in den Boden ausgeschieden werden und die Asbestverwitterung beschleunigen können. "Durch bestimmte Bepflanzung kontaminierter Böden könnte man somit eine schnellere Asbestverwitterung erzeugen."

Magdalena Brunner, 25, Astrophysik

Als Kind blickte sie am liebsten von der Terrasse ihrer Großmutter in den Nachthimmel. Inzwischen verwendet Magdalena Brunner eines der besten Radioteleskope der Welt, das Atacama Large subMillimeter Array. Für ihre Dissertation beschäftigt sich die junge Astronomin mit der Beobachtung und computergestützten Modellierung von sehr alten, großen und roten Sternen am Ende ihrer Lebenszeit. "Auch unsere Sonne wird einmal dazugehören", erzählt sie. "Diese Sterne blähen sich auf und verlieren einen Großteil ihrer Masse ." Sie schleudern Gas nach außen und um sie bilden sich zirkumstellare Hüllen. Die Geometrie der zirkumstellaren Hüllen und der genaue Ablauf des Massenverlusts dieser Sterne stehen im Fokus von Brunners Arbeit. "Immer genauer ins Universum schauen zu können und immer komplexere Dinge zu entdecken ist faszinierend."

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