JungforscherInnen

USCHI SORZ | aus HEUREKA 6/14 vom 03.12.2014

Diese drei haben vor Kurzem ihre Dissertation mit Unterstützung eines Abschlussstipendiums der Universität Wien fertiggestellt:

Ana Monika Pirc, 30, Sprachwissenschaft

In ihrer Forschung habe sich die Verbindung zwischen Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie als produktiv erwiesen, erzählt Ana Monika Pirc. Die gebürtige Wienerin, die teilweise in Slowenien aufgewachsen ist und dort vor ihrem Doktoratsstudium an der Uni Wien Russisch und Französisch studiert hat, hat in ihrer Dissertation "Regel, Fehler, Korrektur. Der nonnative discourse in Linguistik und Sprachphilosophie" das Sprechen von Nichtmuttersprachlern untersucht. "Besonders hat mich interessiert, wie ausgewählte Theorien aus den unterschiedlichen Disziplinen mit solchen Unregelmäßigkeiten umgehen. Dadurch können sowohl die Begriffe von sprachlicher Regelhaftigkeit und Korrektheit als auch der Begriff des Native Speakers diskutiert und kritisch betrachtet werden."

Bernhard Bauer, 31, Kultur-und Sozialanthropologie

Die Idee für eine Dissertation an der Schnittstelle von Consulting, Tourismusforschung und Ethnologie entwickelte Bernhard Bauer, weil er nach seinem Studium der Kultur-und Sozialanthropologie in Wien und dem Master für Tourismusmanagement in Triest bei einer Florentiner Firma in der Tourismusentwicklung zu arbeiten begann. Warum nicht ethnographische Forschungsmethoden mit Analysetechniken aus dem Beratungsbereich verbinden, dachte er sich. Das ideale Forschungsumfeld dafür fand er in New Orleans. "Dort werden nämlich besonders immaterielle Kulturelemente wie etwa Musik, Mardi Gras Indians oder Voodoo vermarktet." In seiner über 400 Seiten starken Doktorarbeit zeigte Bauer, wie immaterielle Kultur in Tourismusprodukte verwandelt wird und welche Auswirkungen das auf die kulturellen Akteure hat.

Birgit Swoboda, 31, Anglistik und Amerikanistik

In ihrer Dissertation "L2P n00b -The pragmatics of positioning in MMOR-PG s" konnte Birgit Swoboda zwei ihrer Leidenschaften miteinander verbinden: Sprachwissenschaft und Computerspiele. Die Wienerin, die Anglistik und Amerikanistik sowie Geschichte studiert hat, untersuchte die Sprachverwendung in Computerspielen wie etwa "World of Warcraft" und die Positionierung der Spieler in Gesprächen. "Ich wollte herausfinden, was Spieler bewegt und wie sie das sprachlich umsetzen ", so Swoboda. Dabei ging es ihr nicht so sehr um die Unterschiede, sondern um die Gemeinsamkeiten. "Auffallend ist, dass die grundlegenden Positionen in Gesprächen dieselben sind wie außerhalb der Spiele, obwohl die Sprache der Spieler auf den ersten Blick gänzlich andersartig wirkt."

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