Freihandbibliothek Buchtipps von Emily Walton

aus HEUREKA 6/14 vom 03.12.2014

Was kostet die Uni?

Kann man sich in den Hochschulsektor einkaufen? Dieser Frage geht Derek Bok, ehemaliger Präsident der Harvard University, nach. Er beschreibt die zunehmende Kommerzialisierung der Universitäten in Amerika und auch die Prozesse, die hinter corporate-funded research stecken. Er schildert auch, welchem Druck Universitätsverantwortliche standhalten müssen: Die lukrativen Verlockungen machen es reizvoll, allzu viele Verträge mit großen Konzernen zu unterzeichnen. Universities in the Marketplace: The Commercialization of Higher Education. Von Derek Bok. Princeton University Press, 256 S.

Ein Titel auf Pump

Es ist längst bekannt, dass ein akademischer Titel keine Jobgarantie mehr ist. Jeffrey Selingo, Redakteur bei The Chronicle for Higher Education, stellt die Frage, wieviel ein Universitätsabschluss denn eigentlich wert ist. Darf ein Master an einer (durchschnittlichen) Universität mehrere tausend Dollar kosten? Sind die horrenden Gebühren noch irgendwie zu rechtfertigen? Und warum sind so viele Studierende bereit, sich für einen Titel hoch zu verschulden? Dieses Buch liefert eine gute Einführung in das US-Modell der Studierenden-Darlehen. College Unbound: The Future of Higher Education and What It Means for Students. Von Jeffrey J. Selingo. New Harvest, 256 S.

Lehre per Mausklick

Online-Learning ist ein wichtiger Trend im Hochschulbereich. Das Lernen über PC ist nicht nur für Studierende attraktiv, sondern auch für die Universitäten. Die Online-Angebote ermöglichen es, Kosten zu sparen und höhere Studierendenzahlen zu bewältigen. William Bowen, vormaliger Präsident der Princeton University, untersucht, welche langfristigen Auswirkungen die Digitalisierung der Vorlesungen (= MOOC, Massive Open Online Courses) hat und sucht Wege, um Qualität zu garantieren. Higher Education in the Digital Age. Von William G. Bowen. Princeton University Press. 192 S.

Abu Dhabi statt Oxford

Erasmus-Semester und Auslandspraktika sind Standard im Lebenslauf, mit einem Postgraduate-Abschluss in Oxford oder Harvard fällt man eher auf. Seltener findet man Aufenthalte an Unis in Indien, Südafrika oder Saudi-Arabien im CV. Dabei gibt es hier Hochschulen (und Satelliten-Campus westlicher Universitäten), die versuchen, sich mit renommierten angloamerikanischen Fakultäten zu messen. Bildungsexperte Ben Wildavsky widmet sich auf 256 Seiten der internationalen Hochschullandschaft und den Studentenströmungen zwischen den Kontinenten. The Great Brain Race: How Global Universities Are Reshaping the World. Ben Wildavsky, Princeton University Press, 256 S.

Weitere Artikel lesen


Anzeige

Anzeige